Verspätete Anreise

Stau-Frust und Pleiten-Alarm! Union verliert bei Viertligist Jena

Der 1. FC Union Berlin kommt beim Test in Jena erst nicht in Fahrt und dann nicht in Tritt. Beim Regionalligist gibt's eine 0:2-Pleite.

Author - Nils Malzahn
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Marvin Friedrich unterlag mit dem 1. FC Union Berlin bei Regionalligist Jena.
Marvin Friedrich unterlag mit dem 1. FC Union Berlin bei Regionalligist Jena.IMAGO/Matthias Koch

Was für ein gebrauchter Sonntag für den 1. FC Union Berlin! Erst standen Fans und Mannschaft auf der A9 im Mega-Stau, dann setzte es beim Regionalligisten FC Carl Zeiss Jena auch noch eine verdiente 0:2-Pleite. Vorne gelang den Köpenickern nicht viel und hinten patzte die Defensive zweimal entscheidend.

Unfälle auf der Strecke, verspäteter Anstoß

Weil es zwischen Weißenfels und Naumburg mehrere schwere Unfälle mit zahlreichen Verletzten gegeben hatte, wurde die Autobahn voll gesperrt. Viele der über 1.000 Union-Fans steckten fest – genauso wie der Mannschaftsbus. Die Folge: Der Anpfiff musste um 30 Minuten verschoben werden. Auf dem Platz lief es für die Köpenicker kaum besser.

Vor 7.015 Zuschauern erwischte Jena den deutlich besseren Start. Schon nach zwölf Minuten leistete sich Union einen dicken Patzer. Torhüter Matheo Raab spielte András Schäfer vor dem eigenen Strafraum viel zu riskant an, der Ungar verlor den Ball – Elias Löder bedankte sich gar nicht artig und schob zum 1:0 für den Underdog ein.

Manager Horst Heldt sah die Union-Pleite von der Tribüne aus.
Manager Horst Heldt sah die Union-Pleite von der Tribüne aus.IMAGO/Matthias Koch

Union fand anschließend kaum ins Spiel. Oliver Burke vergab zwar zwei Chancen, doch danach fehlten Tempo, Ideen und Durchschlagskraft. Die Gastgeber wirkten spritziger, aggressiver und in den entscheidenden Momenten einfach wacher. Von den Rängen gab es dafür Spott. Die Jena-Fans stimmten höhnisch an: „Erste Liga, keiner weiß warum!“

Union wird besser, trifft aber nicht

Nach der Pause wechselte Trainer Mauro Lustrinelli komplett durch. Union hatte nun deutlich mehr Ballbesitz, doch zwingende Chancen blieben Mangelware. Julien Friedrich scheiterte zwar gleich zweimal am starken FCC-Keeper Marius Liesegang, auch Zeno Van Den Bosch brachte den Ball per Kopf nicht im Tor unter, doch richtig überzeugend war der Vortrag weiter nicht.

Während Union im letzten Drittel viel zu umständlich agierte, machte es Jena besser. Kurz vor Schluss sorgte Kevin Lankford mit dem 2:0 für die Entscheidung. Natürlich begleitet vom nächsten höhnischen „Erste Liga, keiner weiß warum!“ aus dem Jenaer Fanblock.

Natürlich ist es nur ein Testspiel – und die Beine nach zwei harten Trainingswochen waren schwer. Trotzdem dürfte der Auftritt den Verantwortlichen zu denken geben. Vor allem offensiv fehlten Ideen, Tempo und Präzision, defensiv waren die Berliner immer wieder anfällig.

Die gute Nachricht: Bis zum Pflichtspielstart bleibt Union noch Zeit. Nach diesem Auftritt gibt es allerdings auch reichlich Arbeit.