Bildeten bereits ein erfolgreiches Verteidigergespann: Marvin Friedrich und Nico Schlotterbeck. Foto: Imago Images/Nordphoto

Richtig gute Nachrichten gab's dieser Tage aus dem eisernen Lazarett: Nach knapp vier Wochen Zwangspause feierte Nico Schlotterbeck seine langersehnte Rückkehr auf den Trainingsplatz. Beim 4:0 gegen den FSV Mainz 05 war Schlotti II vom Feld gehumpelt, musste danach erst einmal aussetzen. Am Mittwochnachmittag trainierte der 20-Jährige nun erstmals wieder mit, wenn auch nur dosiert. Ein Einsatz am Montag gegen die TSG Hoffenheim dürfte wohl noch zu früh kommen.

Dennoch wirft Schlotterbecks Rückkehr die Frage auf, wie Unions Trainer Urs Fischer seine Defensive aufstellt, wenn der Youngster wieder voll zur Verfügung steht. Zuletzt wirkte die eiserne Defensive mit der Viererkette, in der Marvin Friedrich und Robin Knoche die Zentrale absicherten, doch sehr sicher, ließ auf Schalke und gegen den SC Freiburg kaum Chancen zu. Aufstiegsheld Friedrich scheint sich in seinem Spiel, nach hinten wie nach vorne, noch einmal deutlich gesteigert zu haben und dürfte die unangefochtene Nummer eins auf der Innenverteidigerposition sein.

Kollege Knoche wiederum scheint seit seinem Wechsel zu den Eisernen ein bisschen im Schatten der anderen beiden namhaften Transfers Max Kruse und Loris Karius zu stehen. Der 28 Jahre alte Braunschweiger hat mit seinen mittlerweile 188 Bundesliga-Einsätzen eine gewaltige Erfahrung, die ihm im Stellungsspiel, aber auch im einfachen Spielaufbau anzumerken ist. Knoche und Friedrich vermitteln Sicherheit und bilden derzeit ein kaum zu durchdringendes Bollwerk.

Nur: Wo bleibt da Platz für Nico Schlotterbeck? Mit seinem feinen Fuß ist der Waiblinger eine echte Waffe im Spielaufbau, was er bei seinem letzten Pflichtspiel für die Eisernen eindrucksvoll unter Beweis stellte. Unwahrscheinlich ist jedoch, dass Urs Fischer seine Verteidigung wieder auf eine Dreierkette umstellt, allein schon, weil er im neuen, spielstarken und passintensiven Spiel der Eisernen eher eine Viererkette bevorzugt.

Die Tendenz: Entweder ist Fischer von Schlotterbecks Qualitäten so überzeugt, dass er einen Platz in der Startelf der Unioner für ihn sucht und findet - die Leihgabe aus Freiburg lief in der Vergangenheit schließlich auch schon als linker Verteidiger oder als spielstarker Abräumer vor der Abwehr auf - oder für Schlotti II bleibt erst einmal nur die Bank. Letzteres wäre allerdings jammerschade...