Kumpel-Trainerduell

1. FC Union: Baumgart oder Thioune, wer lacht am Sonntag?

Sonntag (17.30 Uhr) spielt Union in der Alten Försterei gegen Werder Bremen. Wer gewinnt das siebte Kumpelduell - Baumgart oder Thioune?

Author - Wolfgang Heise
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Bremens neuer Trainer Daniel und Union-Coach Steffen Baumgart sind seit zehn Jahren Freunde. Sonntag zählt das aber nicht beim Heimspiel des 1. FC Union.
Bremens neuer Trainer Daniel und Union-Coach Steffen Baumgart sind seit zehn Jahren Freunde. Sonntag zählt das aber nicht beim Heimspiel des 1. FC Union.IMAGO/Moritz Mueller

Der 1. FC Union muss nach dem Rückrunden-Fehlstart (nur fünf Punkte aus sieben Spielen) im Saisonendspurt die Kurve kriegen - am besten schon Sonntag (17.30 Uhr) gegen Krisenklub Werder Bremen. Der Tabellensechzehnte reagierte vor vier Wochen. Der gescheiterte Coach Horst Steffen musste gehen, jetzt haucht Daniel Thioune (51) den Hanseaten neue Hoffnung im Abstiegskampf ein. Es wird das Duell zweier Freunde – Steffen Baumgart (54) gegen Thioune. Jetzt müssen sie sich gegenseitig wehtun.

Thioune: „Wir kennen uns seit knapp zehn Jahren“

Es ist ein Kumpelverhältnis, das zwischen den beiden Trainern schon seit 2017 besteht. Der neue Werder-Coach verrät, wie es dazu gekommen ist: „Das ist gewachsen. Wir haben vor knapp zehn Jahren das erste Mal bei kleineren Vereinen gegeneinander gespielt. Steffen war in Paderborn Trainer, ich in Osnabrück. Dann ist man sich oft auf den Sportplätzen begegnet. Wir haben oft Gegnerbeobachtungen gemeinsam gemacht. Dann entwickelt sich was. So ist das privat dann auch gewachsen.“

Als Thioune am 4. Februar bei Werder unterschrieben hatte, gab es selbstverständlich den Anruf von Baumgart. Thioune: „Steffen hat sich für mich gefreut und hat dann gesagt, dass ich der zweite Trainer innerhalb eines Jahres bin, der in der Zweiten Liga entlassen worden ist und dann in der ersten Liga wieder aufgetaucht ist.“ Dabei meint Baumgart seine jüngere Vergangenheit: Er wurde im November 2024 beim damaligen Zweitligisten HSV gefeuert und heuerte dann beim 1. FC Union an. Thioune wurde vor fünf Monaten in Düsseldorf rausgeschmissen und ist jetzt beim Traditionsklub Werder.

In der Drittliga-Saison 2017/18 wurde der Handschlag zwischen Steffen Baumgart und Daniel Thioune zur Feundschaft.
In der Drittliga-Saison 2017/18 wurde der Handschlag zwischen Steffen Baumgart und Daniel Thioune zur Feundschaft.Kirchner/David Inderlied

Baumgart: „Auf Daniel kann man sich verlassen“

Baumgart schätzt Thioune sehr und gibt die Komplimente zurück: „Ich habe ihm gratuliert zu der neuen Aufgabe und freue mich, dass er jetzt wirklich in der Bundesliga angekommen ist. Daniel ist als Mensch nicht nur angenehm, sondern jemand, auf den man sich verlassen kann. Da muss man auch nicht jedes Jahr 25-mal miteinander telefonieren. Wenn man telefoniert, dann weiß man, dass man mit einem sehr guten Kollegen telefoniert.“

Bisher spielten beide nur sechsmal gegeneinander. Die Bilanz ist ausgeglichen: Drei Siege für Baumgart (Drittliga-Saison 2017/18 ein 3:0 und 5:0 mit Paderborn gegen Osnabrück und in der Zweitliga-Saison 2024/25 mit dem HSV ein 3:0 gegen Düsseldorf), drei Siege für Thioune. (in der Zweitliga-Saison 2020/21 mit dem HSV ein 4:3 und 3:1 gegen Paderborn und mit Düsseldorf 2024/25 ein 2:0 gegen den HSV).

Das Hinspiel in Bremen gewann Werder gegen den 1. FC Union mit 1:0. Torschütze war Marco Grüll.
Das Hinspiel in Bremen gewann Werder gegen den 1. FC Union mit 1:0. Torschütze war Marco Grüll.IMAGO/Michael Taeger

Drei Siege für Baumgart, drei für Thioune

Wer gewinnt das siebte Duell unter Freunden an der Alten Försterei? Thioune: „Ich freue mich Steffen am Wochenende zu sehen und ihn vor dem Spiel zu drücken und nicht nur eine nette Whatsapp-Nachricht zu schreiben. Aber danach steht wieder die Rivalität im Vordergrund.“

Baumgart: „Daniel ist ein sehr guter Trainer, ein Trainer, der bei jeder Mannschaft gut ankommt. Ich würde mich trotzdem über einen Sieg für uns freuen.“ Klar, gewinnt Union, rückt das Saisonziel Klassenerhalt ein großes Stück näher. Bei einer Heimpleite wären die Köpenicker wieder mitten im Abstiegskampf.