Wenn am Dienstag und Mittwoch die WM-Halbfinals angepfiffen werden, sitzen die Teams aus Afrika nur noch vor dem Fernseher. Trotzdem war die Weltmeisterschaft für den Kontinent alles andere als eine Enttäuschung: Von zehn Teilnehmern schafften gleich neun den Sprung in die K.o.-Runde. Senegal schied erst im Sechszehntelfinale unglücklich gegen Belgien (2:3 n.V.) aus.
Senegal-Spieler zweifelten bei WM an Teamarzt
Seitdem läuft im Verband die Aufarbeitung des Turniers – inklusive einer Debatte über die medizinische Betreuung der Mannschaft. Kurios: Verbandspräsident Abdoulaye Fall erklärte auf einer Pressekonferenz in Dakar, er habe erst spät erfahren, dass der langjährige Teamarzt Abderahmane Fediore ursprünglich Frauenarzt sei und kein Sportmediziner. Einige Spieler sollen deshalb nicht von der medizinischen Betreuung während der WM überzeugt gewesen sein. Fall: „Den Rückmeldungen zufolge, die ich erhalten habe, hatten die Spieler nicht das Gefühl, von ihm ausreichend unterstützt zu werden.“
Aber: Es gibt Widerspruch. Die Senegalesische Gesellschaft für Sportmedizin weist die Vorwürfe zurück. Demnach verfügt Fediore über einen Abschluss in Sportmedizin und Sportbiologie der Universität Cheikh Anta Diop. Außerdem betreut er die Nationalmannschaft bereits seit 2017. In dieser Zeit war er bei drei Weltmeisterschaften und fünf Afrika-Cups dabei. Ein Neuling auf der Teamarztbank sieht anders aus …

Senegal war als amtierender Afrika-Meister und einer der Geheimfavoriten nach Nordamerika gereist. Nach Niederlagen gegen Frankreich (1:3) und Norwegen (2:3) kämpften sich die „Löwen von Teranga“ dank eines Sieges gegen den Irak (5:0) noch in nächste Runde. Dort folgte jedoch das bittere Aus gegen Belgien.


