2. Bundesliga

Hertha will die Randale vergessen - und am Samstag abliefern

Vor dem Spiel gegen Kaiserslautern am Samstag sollten eigentlich sportliche Fragen wichtig sein. Doch noch immer schlägt sich Hertha mit den Ausschreitungen in Dresden herum.

Author - Berliner KURIER
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Heftige Szenen in Dresden. Berkommt Hertha wieder Ruhe in seine Fanbase?
Heftige Szenen in Dresden. Berkommt Hertha wieder Ruhe in seine Fanbase?Sebastian Kahnert

Die Krawalle von Dresden sind auch bei der Hertha noch ein großes Thema. Gegen Kaiserslautern wollen die Berliner ihre Aufholjagd am Samstag fortsetzen. Doch was passiert auf den Rängen?

Volle Konzentration auf den Sport?

Eigentlich will sich Hertha BSC darauf konzentrieren, die Tür zur Bundesliga vielleicht doch noch mal einen Spalt aufzumachen. Doch in der Woche nach den heftigen Krawallen von Dresden hat der Berliner Zweitligist wieder eine geräuschvolle Fan-Problematik auf der Agenda.

„Es ist ein präsentes Thema und du sprichst natürlich darüber“, sagte Trainer Stefan Leitl vor dem Heimspiel gegen 1. FC Kaiserslautern am Samstag (13.00 Uhr, Sky) über den Umgang seiner Mannschaft mit den Vorfällen. Von den Klub-Verantwortlichen sei aber alles dafür getan worden, „dass wir uns auf das Sportliche konzentrieren konnten die Woche über“.

Die Krawalle beschäftigen Fußball-Deutschland weiterhin intensiv, und es ist nicht das erste Mal in dieser Saison, dass bei der Hertha ein Nebenschauplatz viel Aufmerksamkeit saugt.

Hertha mit allen im Austausch – auch den eigenen Fans

Während des Spiels in Dresden war in beiden Fanlagern wiederholt Pyrotechnik abgebrannt worden. Anhänger beider Mannschaften kletterten über Absperrzäune und attackierten sich im Innenraum des Stadions unter anderem mit Feuerwerkskörpern. Die Polizei und der DFB ermitteln.

Hertha könne und wolle diesen Ermittlungen nicht vorgreifen, sagte Pressesprecherin Vera Krings zur Einleitung der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die Pfälzer. Der Klub hat sich aber eindeutig von der Gewalt distanziert.

Wegen Krawallen kein Sondertrikot

Es ist ein Balanceakt für die Berliner. Nach der Wahl des inzwischen gestorbenen Kay Bernstein zum Präsidenten hatten sich der Hauptstadtklub und seine Fans wieder deutlich angenähert. Seitdem wird die enge Bindung gepflegt.

Bereits im Januar war es beim Heimspiel gegen Schalke zu heftigen Zusammenstößen zwischen Ultras und Polizei gekommen. Damals stellte sich Hertha BSC klar hinter seine Anhänger und kritisierte das Vorgehen der Behörden. Doch die Krawalle in Dresden sind damit nicht vergleichbar. Daran lässt auch der Verein keinen Zweifel.

Pläne für ein Sondertrikot, in dem die Mannschaft am Samstag auflaufen sollte, wurden wegen der Ausschreitungen verschoben. „Die dortigen Vorfälle und jede Form von Gewalt verurteilen wir aufs Schärfste“, teilte der Klub mit. Hertha ist aber in einem fortlaufenden Dialog mit den Ultras. Innerhalb der Fanszene dürften die Ausschreitungen auch nicht unumstritten sein.

Als besonderes Risikospiel gilt die Partie am Samstag zwar nicht. Doch wegen des ohnehin schon angespannten Verhältnisses zwischen Hertha-Fans und Berliner Polizei wird es von beiden Seiten Feingefühl brauchen.

Eine erhöhte Polizeipräsenz ist auf den ersten Blick nicht zu erwarten. Rund 300 Beamte sollen im Einsatz sein, beim Spiel gegen Schalke im Januar waren es 500.

Eichhorn-Comeback in der Startelf?

Sportlich ist die Hertha mit 13 Zählern aus den letzten 5 Partien im Aufwind. Fünf Punkte Rückstand sind es noch auf Relegationsplatz drei – und die Konkurrenten aus Darmstadt und Hannover sowie Schalke und Elversberg spielen am Wochenende gegeneinander.

Es „wäre schön, wenn wir jetzt noch mal einen nachlegen könnten“, sagte Leitl. Man müsse aber realistisch bleiben. Die Aufstiegsambitionen hatte er selbst vor einigen Wochen enttäuscht einkassiert. Inzwischen will der 48-Jährige wieder Platz vier und fünf „attackieren“. Die Berliner möchten sich nicht zu früh schon wieder selbst in den Kampf um den Aufstieg reden.

Josip Brekalo fehlt den Berlinern nach seiner Roten Karte in Dresden. Linus Gechter (Infekt) und Michaël Cuisance (muskuläre Probleme) sind fraglich. Dafür könnte Jungstar Kennet Eichhorn, der gegen Dynamo Herthas Siegtreffer nach seiner Einwechslung einleitete, wieder eine Option für die Startelf sein.