Was ist dran an den Vorwürfen gegen Stefan Kuntz? Das fragen sich aktuell viele Fußball-Fans. Der 63-Jährige wird beschuldigt, in seiner Zeit als Sportvorstand beim HSV Mitarbeiterinnen sexuell belästigt zu haben. Erst Ende 2025 trat der 63-Jährige von seinem Posten beim Hamburger Sportverein zurück – aus „persönlichen Gründen“, hieß es. Jetzt äußert sich der HSV mit einer Stellungnahme.
„Erkenntnis, dass die Vorwürfe glaubhaft sind“
Das Kontrollgremium der HSV Fußball Management AG bezieht jetzt Stellung zu den Vorwürfen. „Der HSV hat die Beendigung der Zusammenarbeit mit Vorstand Stefan Kuntz und die dafür maßgeblichen Gründe zum Schutz der Betroffenen bislang diskret und rücksichtsvoll behandelt“, erklären sie. Angesichts der öffentlichen Aufmerksamkeit sehe sich der HSV-Aufsichtsrat nun zu folgender Erklärung veranlasst.
„Im Dezember 2025 sind an den Aufsichtsrat der HSV Fußball Management AG Vorwürfe eines schwerwiegenden Fehlverhaltens von Stefan Kuntz herangetragen worden“, heißt es. Der Aufsichtsrat habe gemäß seiner Verantwortung sofort nach Kenntnisnahme der Vorwürfe mit Unterstützung spezialisierter externer Anwälte die Aufklärung der Vorfälle eingeleitet.

„Nach sorgfältiger Prüfung und der Erkenntnis, dass die Vorwürfe glaubhaft sind, hat der Aufsichtsrat umgehend entschieden, eine schnellstmögliche Trennung von dem Vorstandsmitglied anzustreben.“ Aufgrund der „expliziten Bitte der betroffenen Personen“ habe bei der Trennung der „Schutz der Betroffenen oberste Priorität“ gehabt, die auch weiterhin anhalte.
Der HSV duldet kein Fehlverhalten
„Stefan Kuntz hat auf dieser Grundlage und insbesondere in Kenntnis der gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Trennung zum 31.12.2025 zugestimmt. Er war dabei anwaltlich vertreten“, erklärt der HSV weiter. Die Gelegenheit zur Stellungnahme gegenüber dem Aufsichtsrat habe Kuntz trotz mehrfacher Angebote explizit nicht genutzt.

Vor dem dargestellten Hintergrund seien die Vorwürfe einer „Verleumdungskampagne“ gegen Stefan Kuntz klar unzutreffend und irreführend. Weiter stellen sie klar: „Der HSV duldet unabhängig von der betroffenen Hierarchieebene kein Fehlverhalten der hier in Rede stehenden Art und bekennt sich nachhaltig zu den in der Satzung niedergelegten Werten der Toleranz und des Respekts und wendet sich gegen Diskriminierung jeder Art.“
„Dem Aufsichtsrat war es wichtig, im vorliegenden Fall schnell und konsequent zu handeln. Der Schutz der Persönlichkeitsrechte der betroffenen Personen steht für den HSV – wie schon bisher – im Vordergrund“, erklären sie abschließend.


