Es geht um alles – für die deutsche Handball-Nationalmannschaft, für Trainer Alfred Gislason. Am Montagabend trifft die DHB-Auswahl zum Abschluss der Vorrundengruppe A auf Spanien (20.30 Uhr, ZDF) und muss gewinnen, um in die EM-Hauptrunde einzuziehen.
Bei einer Niederlage fahren die Handballer wieder nach Hause – nach nur drei Spielen! Trainer Gislason steht daher unter besonderem Druck. Der DHB hatte vor der EM erklärt, dass man sich nach dem Turnier zusammensetzen wolle, um über die weitere Zusammenarbeit zu sprechen. Droht bei einem möglichen EM-Aus auch das Aus von Gislason?
DHB-Präsident vermeidet Bekenntnis zu Gislason
DHB-Präsident Andreas Michelmann vermied vor dem letzten Gruppenspiel des Olympia-Zweiten ein klares Bekenntnis zu Gislason, dessen Vertrag nach der Heim-WM im kommenden Jahr endet. „Wir haben volles Vertrauen zum Trainer, was das nächste Spiel anbelangt. Darauf sollen sich alle konzentrieren“, sagte Michelmann der ARD.
Fest steht: Ein Vorrunden-Aus bei einer EM wäre eine historische Blamage für die deutschen Handballer. Der 66 Jahre alte Isländer, der seit Februar 2020 im Amt ist, wäre dann kaum noch zu halten.

Deutschland steht bei dem Spiel gegen Spanien vor einer Herculesaufgabe. Weiter kommt die DHB-Auswahl, wenn sie gegen Spanien mit drei oder mehr Toren Unterschied gewinnt; wenn sie Spanien besiegt und Serbien gegen Österreich nicht gewinnt; oder wenn sie unentschieden spielt und Serbien vorher gegen Österreich verliert.
Ein Einzug in die Hauptrunde wäre auch möglich, wenn die Partie gegen Spanien mit einer Niederlage endet und Österreich mit drei Toren Unterschied gewinnt, dabei aber höchstens 29 Tore erzielt; oder wenn es eine deutsche Niederlage mit einem Tor Unterschied gibt, bei einem gleichzeitigen 30:27-Erfolg von Österreich gegen Serbien; oder bei einer Zwei-Tore-Niederlage, wenn das DHB-Team dabei mindestens 28 Treffer erzielt und Österreich genau mit 30:27 gewinnt.
DHB-Sitzung mit Gislason soll im Februar stattfinden
Viele Zahlen. Letztlich müssen die deutschen Handballer besser spielen als in der zweiten Halbzeit gegen Serbien. Am Samstag hatte das Team nach einer guten ersten Hälfte zeitweise völlig den Faden verloren und das Spiel am Ende mit 27:30 verloren. Um gegen Spanien zu bestehen, bedarf es einer großen Leistungssteigerung. Nun kommt es zum Finale – und das schon in der Vorrunde.
Wie stets nach großen Turnieren werde das DHB-Präsidium auf einer Sitzung Anfang Februar den EM-Auftritt der Mannschaft und die Leistung des Bundestrainers bewerten und „auf Basis dieser Bilanzen und Analysen“ eine Entscheidung treffen, erklärte Michelmann. Sollte die deutsche Mannschaft nicht die zweite Turnierphase erreichen, könnte das Treffen schon früher stattfinden.

Für den Fall eines Scheiterns bei der Endrunde in Dänemark, Norwegen und Schweden hatte Michelmann schon vor Turnierbeginn eine Jobgarantie für den Bundestrainer verweigert. „Es ist doch klar, dass wir darüber nachdenken würden, wenn die Mannschaft – wovon ich nicht ausgehe – bei der EM absolut nicht performt“, sagte der 66-Jährige zu einer möglichen vorzeitigen Trennung von Gislason. Nun könnte dieser Fall doch eintreten.


