Die Handball-Party beginnt! Und ganz Deutschland sitzt wieder vor dem Fernsehen. Am Donnerstagabend startet die deutsche Nationalmannschaft mit dem Klassiker gegen Österreich (Anpfiff 20.30 Uhr/ARD) in das EM-Turnier. Millionen drücken jetzt schon die Daumen.
Nach dem bitteren Viertelfinal-Aus bei der WM im vergangenen Jahr will das Team um Bundestrainer Alfreð Gíslason beim Turnier in Dänemark, Norwegen und Schweden wieder um die Medaillen kämpfen. Mit einem Sieg gegen den Nachbarn könnte schnell wieder große Handball-Euphorie ausbrechen.
Berliner Nils Lichtlein fällt für den EM-Auftakt aus
Vorab muss die DHB-Auswahl aber einen Schock verkraften. Nils Lichtlein von den Füchsen Berlin fällt wegen einer Verletzung am linken Fuß aus, die er sich am Montag im Training zugezogen hatte. Gislason hofft aber, dass der Linkshänder während der Vorrunde wieder zur Verfügung steht.

Trotz der Verletzung von Lichtlein, der beim deutschen Meister aus Berlin bislang eine starke Saison spielt, strahlte Gislason am Tag vor dem ersten EM-Spiel Ruhe und Zuversicht aus. „Wir haben lange drauf gewartet, dass es endlich losgeht“, sagte der Isländer. „Ich denke, dass die Mannschaft so weit ist, dass wir diese schweren Spiele alle bestehen können. Es liegt auch an uns.“
DHB-Auswahl glückt die Generalprobe gegen Kroatien
Der Bundestrainer spielte damit auf die erfolgreiche EM-Generalprobe gegen Kroatien an. Am Sonntag fegte die DHB-Auswahl in Hannover mit einer überzeugenden Leistung 33:27 (16:12) über den Gegner hinweg und unterstrich damit ihre Medaillenambitionen.
Österreich ist schwerer Auftaktgegner für DHB-Auswahl
Die Auftakthürde gegen Österreich ist aber denkbar hoch. Die Alpen-Republik ist bekannt dafür, im Angriff oftmals den Torhüter vom Feld zu nehmen, um in der Offensive mit sieben Spielern zu agieren. Außerdem gibt es mit Nikola Bilyk (THW Kiel) einen Rückraumspieler, den DHB-Torwart Andreas Wolff erst kürzlich als absolutes „Alpha-Tier“ und „Anführer“ bezeichnete.
Gemeinsam mit Teamkollege Lukas Hutecek (TBV Lemgo Lippe) würde er „das Angriffsspiel in all seiner Hässlichkeit leiten“ und dafür sorgen, dass der EM-Auftakt „kein Leckerbissen“ werde, so Wolff. „Österreich spielt natürlich absoluten Anti-Handball, das möchte auch eigentlich keiner sehen, das ist sehr unattraktiv.“
Österreich-Torwart: „Ist uns wirklich sch***egal“
Die Kritik kam bei den Österreichern nicht gut an. Schlussmann Constantin Möstl (TBV Lemgo Lippe) zog aus der verbalen Stichelei Extra-Motivation. „Ich hoffe, er weiß selber, dass die Wortwahl nicht die richtige war. Wenn jetzt noch der letzte Spieler Motivation gebraucht hat, soll er sich nochmal das Video anschauen, dann sind die letzten Prozentpunkte da, um 100 Prozent zu geben“, sagte Möstl „Sport1“ am Mittwoch.

Ob Wolff mit seiner Kritik inhaltlich recht hatte, ließ Möstl hingegen unbeantwortet. Vielmehr störte sich der 25-Jährige an der Wortwahl. „Teils war es schon nicht richtig, wie man über den Gegner spricht. Ich hoffe, das weiß er selber“, sagte der Profi des TBV Lemgo Lippe. „Aber es ist uns wirklich sch***egal, Entschuldigung.“
DHB-Team hat keine guten Erinnerungen an Österreich
Die Deutschen sind also gewarnt – und das noch aus einem weiteren Grund. Zuletzt trafen beide bei der EM 2024 aufeinander, als die Österreicher ein 22:22 abtrotzten. Zwischenzeitlich hatte das Team sogar mit 21:16 geführt. Das sollte Warnung genug sein!
Nach dem EM-Auftakt in der Jyske Bank Boxen Herning geht es für Deutschland in der Vorrunde mit den Partien gegen Serbien (17. Januar) und Spanien (19. Januar) weiter. Die ersten beiden Teams qualifizieren sich für die zweite Phase des Turniers.

