Deutsche Handballer

„Serben bringen Glück“ bei der Handball-EM 2026

Es war ein Auftakt nach Maß – und irgendwie auch genau das, was diese deutsche Mannschaft im Moment ausstrahlt: Kontrolle, Selbstvertrauen, Spielfreude.

Teilen
Andreas Wolff hat vor dem EM-Auftakt die Spielweise von Österreich als „Anti-Handball“ bezeichnet und damit verbale Sticheleien ausgelöst.
Andreas Wolff hat vor dem EM-Auftakt die Spielweise von Österreich als „Anti-Handball“ bezeichnet und damit verbale Sticheleien ausgelöst.IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Kenny Beele

Der über große Strecken souveräne Auftritt gegen Österreich hat gezeigt, dass hier nicht nur Talent auf der Platte steht, sondern ein Team, das weiß, was es kann. Kein Wackeln, kein Zittern, eher ein solides „Danke, erledigt“.

Die zweite Aufgabe muss gewonnen werden

Jetzt also Serbien. Und ja, wir sagen es ganz offen, ganz boulevardesk und ohne falsche Bescheidenheit: Dieses Spiel muss gewonnen werden. Nicht aus Arroganz, sondern aus Logik. Wer vorne mitspielen will, räumt solche Aufgaben weg – und schafft sich damit die perfekte Ausgangslage für das große Vorrundenfinale gegen Spanien am Montag.

Nils Lichtlein von den Füchsen Berlin hat sich eine Verletzung am Vorfuß zugezogen und konnte im ersten Spiel nicht eingreifen
Nils Lichtlein von den Füchsen Berlin hat sich eine Verletzung am Vorfuß zugezogen und konnte im ersten Spiel nicht eingreifenIMAGO/Marco Steinbrenner/DeFodi Images

Die Mannschaft hat richtig Bock

Der Vibe in der Mannschaft? Positiv. Locker. Fast ein bisschen frech. Man merkt: Die Jungs haben Spaß, aber sie sind noch lange nicht satt. Bestes Beispiel: Marko Grgic. Mit seiner Leistung gegen Österreich war er selbst alles andere als zufrieden. Zu viele vergebene Chancen, zu wenig Durchschlagskraft – zumindest in seinem eigenen Kopf. Und genau das macht ihn jetzt so gefährlich. Wer Grgic kennt, weiß: Wenn er sich ärgert, liefert er im nächsten Spiel ab. Meistens doppelt.

Und dann ist da noch David Späth. Der Torhüter, der nicht nur Bälle hält, sondern auch Emotionen. Laute Ansagen vom Trainer, wilde Gesten von der Bank – Späth hat alles abbekommen. Und genau das dürfte ihn jetzt erst recht kitzeln. Ein Spiel, um es allen zu zeigen. Ein Spiel, um das Tor zuzunageln und nebenbei ein paar serbische Würfe zur Verzweiflung zu bringen.

Ein breites Grinsen

Unterm Strich bleibt: Diese deutsche Mannschaft wirkt bereit. Bereit für Verantwortung, bereit für große Spiele – und bereit, den nächsten Schritt zu gehen. Serbien soll Glück bringen? Sehr gern. Dann aber bitte mit zwei Punkten im Gepäck und einem breiten Grinsen Richtung Montag.

Wo fiebern Sie mit bei den Spielen der DHB-Männer? Bitte schreiben Sie uns:  leser-bk@berlinerverlag.com