Trionda

Dieser WM-Ball denkt mit – und muss sogar aufgeladen werden

Bei der Fußball-WM 2026 steckt in jedem Spielball ein winziger Chip. Der Adidas-Ball misst 500 Mal pro Sekunde Tempo, Drall und Ballkontakte – und hilft dem Schiedsrichter per KI bei seinen Entscheidungen. Klingt nach Zukunft? Ist längst Realität.

Author - Sebastian Krause
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Im Inneren des neuen WM-Balls von Adidas steckt eine ganze Menge Technik. Unter anderem ein 14 Gramm schwerer Sensor.
Im Inneren des neuen WM-Balls von Adidas steckt eine ganze Menge Technik. Unter anderem ein 14 Gramm schwerer Sensor.Marc Schueler/imago

Auf den ersten Blick sieht er wie ein ganz gewöhnlicher Ball aus. Er ist rund, farbenfroh, hat geschwungene Nähte, die das runde Leder zusammenhalten. Im Inneren aber versteckt sich hochmoderne Technik.

Sensor erfasst Daten 500-mal pro Sekunde

Im neuen WM-Ball Trionda von Ausrüster Adidas ist ein 14-Gramm-Sensor eingebaut. Dieser sorgt dafür, dass Daten wie Geschwindigkeit, Flugbahn, Drall, Ballkontakte und Richtungswechsel der Spieler 500-mal pro Sekunde erfasst werden.

Ball muss vor jedem Spiel geladen werden

Die Daten werden mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) verarbeitet, sodass Schiedsrichter schnellere und präzisere Entscheidungen treffen können. Problem ist nur: Der Ball muss vor jedem Spiel geladen werden.

Bei voller Ladung hält das System ungefähr sechs Stunden durch. Seinen vollen Nutzen entfaltet der Ball aber erst im Zusammenspiel mit den Tracking-Systemen in den Stadien. Dort erfassen mehrere Kameras zusätzlich die Bewegungen der Spieler. Hinzu kommen die in Echtzeit übertragenen Daten aus dem Ball.

Ball Trionda mit neuartiger Bauweise

Möglich macht das eine neue Bauweise, eine sogenannte Vier-Panel-Konstruktion. Die Panels sind dabei mit tiefen Nähten verbunden und so geformt, dass der Luftwiderstand möglichst gering ist und gleichmäßig verteilt wird. Ziel ist eine stabilere Flugbahn des Balles.

Zudem sollen geprägte Strukturen und Symbole auf der Oberfläche den Grip verbessern – gemeint ist damit die Kontrolle bei Schüssen, Pässen und Dribblings.

Technik soll bei strittigen Entscheidungen hilfreich sein

Das alles zusammen ergibt ein präzises 3D-Bild des Spiels. Vor allem bei knappen Abseitsentscheidungen kann das System dadurch den genauen Moment der Ballberührung erkennen – und bei der Entscheidungsfindung hilfreich sein.

Ob die deutsche Mannschaft um Jamal Musiala mit dem neuen WM-Ball besser abschneidet als bei den beiden vorangegangenen Spielen, bleibt abzuwarten.
Ob die deutsche Mannschaft um Jamal Musiala mit dem neuen WM-Ball besser abschneidet als bei den beiden vorangegangenen Spielen, bleibt abzuwarten.imago/Bernd Feil/M.i.S.

Darüber hinaus kann die Technik auch beim Handspiel, bei Ballkontakten und möglichen Fouls zusätzliche Anhaltspunkte liefern. Es ist zwar nicht das erste Mal, dass vernetzte Balltechnologie eingesetzt wird, doch die Version von 2026 geht weiter als alle bisherigen Varianten. Adidas bietet den offiziellen WM-Ball übrigens auch zum Kauf an. Kosten: 150 Euro.

Name Trionda verweist auf die drei Gastgeberländer

Der Name Trionda ist übrigens nicht zufällig gewählt: Er verweist auf die besondere Konstellation dieses WM-Turniers, das erstmals mit 48 Mannschaften und in drei Ländern ausgetragen wird. Trionda leitet sich von „Tri“ und dem spanischen Wort „Onda“ für Welle ab und spielt damit auf die drei Gastgeberländer an.

So lässt sich auch das Design des Balles erklären: Rot, Grün und Blau stehen für Kanada, Mexiko und die USA. Hinzu kommen einzelne Symbole, die jedem Gastgeber zugeordnet sind: ein Ahornblatt für Kanada, ein Adler für Mexiko und ein Stern für die USA.

Fußball-WM 2026 startet am 11. Juni

Die WM wird vom 11. Juni bis 19. Juli ausgetragen. Das Eröffnungsspiel bestreiten Mexiko und Südafrika (21 Uhr). Für das DFB-Team geht es in der Vorrundengruppe E gegen Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador.

Wie finden Sie den neuen Ball von Adidas und die Technik dahinter? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com