Ein Bier für knapp 20 Euro? Klingt wie ein schlechter Witz, ist aber bittere Realität bei der XXL‑Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Weltweit sorgen die Rekordpreise für Getränke und Snacks in den US-Stadien für Entsetzen. Nur ein 83 Jahre alter Stadion-Besitzer in Atlanta macht beim Wucher nicht mit und bleibt stur, zugunsten der Fans.
Nur ohne Hunger und Durst auf die Tribüne
Während in Deutschland zur WM bei Sonderaktionen ein ganzer Kasten Premiumbier manchmal für 10 Euro im Angebot ist, reißt der Stadionbesuch in Nordamerika riesige Löcher in die Haushaltskasse.
Das österreichische Portal heute.at brachte es trocken auf den Punkt: „Absurde Preise im WM-Stadion.“ Und der Rat an die Fans? „Sie planen eine Reise zur WM inklusive Match-Besuch? Hinweis der Redaktion: Lassen Sie Hunger und Durst vor dem Stadion zurück.“ Auch in Australien staunte man: „Fußballfans empört über die Preise bei der Weltmeisterschaft“, schrieb news.com.au.

Bier ist viermal teurer als bei Bundesliga-Spielen
Kein Wunder. Bis zu 23 Dollar für ein Importbier werden zum Beispiel im Stadion von Santa Clara fällig. Das sind rund 19,80 Euro. Für amerikanisches Bier sind es 21 Dollar, also 18,10 Euro. Damit kostet der halbe Liter fast das Vierfache eines Bundesliga‑Biers, das hierzulande für 5 bis 5,50 Euro über die Theke geht. Und nicht nur das Bier ist teuer! Chips kosten bei der WM rund 6,50 Euro, Pommes in Philadelphia sogar über 17 Euro. In deutschen Stadien zahlt man für Snacks meist zwischen 2,50 und 6 Euro.
Selbst im Finalstadion von East Rutherford, unweit von New York, ist es nicht gerade günstig: 13,80 Euro für einheimisches Bier, 14,65 Euro für importiertes. In Inglewood, wo die US‑Mannschaft mit einem 4:1 gegen Panama startete, liegen die Preise bei 16 bis 17 Euro.

Besonders drastisch ist die Lage im legendären Aztekenstadion in Mexiko‑Stadt. Dort kostet ein Bier 310 Pesos, das sind etwa 15,50 Euro. Der gesetzliche Mindestlohn liegt bei 315,04 Pesos pro Tag. Ein Stadionbier kostet also fast einen kompletten Arbeitstag. „Ein Bier für 310 Pesos (umgerechnet etwa 15,50 Euro) sei extrem teuer“, sagte Fan Martín Gómez der Zeitung El Financiero. Nicht mal bei der Formel 1 sei es so teuer. „Aber wir haben es trotzdem getrunken“, versicherte er.
Dass es auch anders geht, zeigt ausgerechnet Atlanta. Stadionbesitzer Arthur Blank, 83 Jahre alt und Milliardär, blieb zugunsten der Fans stur. Ein Liter Sprudelwasser kostet dort unter 3,50 Euro, knapp 0,6 Liter US‑Bier rund 7,70 Euro. „Hier gab es noch nie überhöhte Preise. Wir möchten, dass sich die Menschen hier wie zu Hause fühlen – sicher und geborgen, willkommen, geliebt und respektiert“, sagte Blank The Athletic. „Diese Dinge stehen nicht zur Diskussion. Das gilt für die Weltmeisterschaft genauso wie für den Super Bowl.“


