Borussia Mönchengladbach musste sich bei Real Madrid geschlagen geben, erreichte aber das Achtelfinale der Champions League. Foto: imago images

Ende gut, alles gut! Gehofft, gebangt, gezittert, vergeigt - und dann doch gejubelt. Mit Borussia Mönchengladbach überwintert auch das vierte deutsche Team in Europas Königsklasse. Im Gruppenfinale vergaloppieren sich die Fohlen zwar und werden beim 0:2 (0:2) bei Real Madrid gnadenlos abgestraft. Aber Hilfe kommt mit einer Nullnummer aus Mailand.

Der eine Punkt, der sicher zum Erreichen der K.o.-Runde genügt hätte, ist beizeiten nur noch mit dem Feldstecher zu erahnen. Schon nach einer halben Stunde und einem Kopfball-Doppelpack (9., 31.) von Karim Benzema ist klar: Das können die Fohlen aus eigener Kraft kaum noch schaffen. Zwar haben ihnen die Königlichen das im Hinspiel auf bitterböse Art vorgemacht, als sie in Minute 86 noch 0:2 zurücklagen und doch ein 2:2 schafften. Aber mit Real, das in der Champions-League-Vorrunde noch nie gescheitert ist und auch diesmal die Blamage verhindert, lässt sich Borussia zu keiner Minute vergleichen.

Viel zu ängstlich, zu verkrampft zeigen sich die Gladbacher. Dabei gehen sie vom Personal durchaus Risiko, denn neben Alassane Plea und Marcus Thuram verstärkt Breel Embolo die Offensive. Das klappt allerdings nur ganz selten, so bei Pleas Großchance, die der Franzose bei einem Konter allein vor Real-Keeper Thibault Courtois versiebt und die Kugel neben den Kasten setzt (25.). Einen weiteren Versuch setzt Plea ans Außennetz (65.)

Das sind jedoch nur ganz vereinzelte und zudem erfolglose Nadelstiche. Von Anfang an nämlich gibt nur ein Team den Ton an, die Königlichen. Sie stützen sich auf Ikone Sergio Ramos (Rückkehr nach Verletzung), in der kreativen Zone mal wieder auf Toni Kroos und Luka Modric gemeinsam und vorn vor allem auf Benzema. Der steht bei den Flanken bei beiden Toren goldrichtig, profitiert zugleich aber davon, dass Borussias Innenverteidiger ihn sträflich vernachlässigen.

Es hätte noch schlimmer kommen können. Einen Direktschuss von Modric drückt Gladbach-Keeper Yann Sommer gerade so an den Pfosten (39.). Als der kroatische Vizeweltmeister doch trifft, zählt der Tor nicht, weil Raphael Varane zuvor im Abseits gestanden hat (43.). Zudem knallen auch Benzema (73., Latte) und Lucas Vazquez (78., Pfosten) die Kugel ans Aluminium.

Was bleibt, ist nur der bange Blick nach Mailand und Fingernägel kauen. Zwischen Inter und Schachtjor Donezk darf es keinen Sieger geben, dann ist Borussia mit ganz viel Dusel doch weiter. Im San-Siro-Stadion geht bei beiden die Angst vor einer Niederlage um und damit vor dem Aus selbst für die Europa League. Das 0:0 dort macht nur Gladbach glücklich.