Als Teufel ist Didi Senft inzwischen nicht nur bei der Tour de France ein Begriff, bei Rad-Fans ist er weltbekannt.
Als Teufel ist Didi Senft inzwischen nicht nur bei der Tour de France ein Begriff, bei Rad-Fans ist er weltbekannt. Imago/ZUMA Press

Er ist wieder startklar. Dieter „Didi“ Senft (70) aus Storkow bricht am Mittwoch auf, um auch die 109. Tour de France als „Teufel“ zu verzaubern. Zunächst geht es per Flug nach Kopenhagen zum Start. Nach dem Zeitfahren düst Didi zurück nach Storkow, um am kommenden Dienstag in Richtung Alpe d’Huez traditionsgemäß mit seinem VW-Bus in die Spur zu gehen.

In Alpe d’Huez versammeln sich 15.000 Fans der „L’Etape du Tour“-Bewegung zu ihren Radtouren. Den Flug nach Kopenhagen sponsert der dänische Paketdienst DAO, und die vier Tage mit den Fans in den Alpen darf Didi auf Kosten der Tour-Organisation ASO leben.

Nur ein Blutgerinnsel im Gehirn kann Didi stoppen

„Nach dem Treffen in den Alpen fahre ich ab 11. Juli mit meinem Kleinbus der Tour entgegen. Ab Megeve begleite ich sie dann nach meiner alten Tradition.“ Der Bus mit einer Schaumgummimatte als Bett ist dann Didis rollendes Hotel.

„Die Zeiten sind härter geworden. Aber ich bin zum 29. Mal dabei. Nur einmal – 2012 – musste ich verzichten. Ein Blutgerinnsel im Gehirn hatte mich matt gesetzt. Zum Glück bin ich wieder fit“, atmet der Teufel sichtlich auf.

Der Teufel fährt einen gebrauchten Golf

Im gebrauchten Golf brummte Senft 1993 mit Ehefrau Margitta erstmals nach Frankreich. Das Hobby des Brandenburgers war es schon immer, Räder zu bauen. Er besorgte sich einen Hänger, montierte ein überdimensionales Rad darauf.

Er wollte auch den Kindern am Rande der Tour eine Freude bereiten, „deshalb setzte ich mir Hörner auf, zog ein schwarzes Hemd und rote Hosen an. Das kam an, deshalb gehe ich seit 30 Jahren als Teufel nach Frankreich.“

Mini-, Maxi-, Liegerad – Didi baut und fährt alles

Vor der Wende baute der gelernte Schlosser das kleinste Fahrrad der Welt – 19 Zentimeter lang, 19 Zentimeter hoch. „Mit diesem Mini fuhr ich in Kinderferienlagern an der Müritz und der Ostsee meine Runde. Die Gören jubelten. Bei der Tour wollten mich die Leute immer nur auf meinen großen Rädern sehen. Mein Rekordrad ist 7,80 Meter lang und 3,32 Meter hoch.“ Damit rollt Didi nur zu Hause über die Straßen: „Mit dem Ding würde ich nicht über Alpen und Pyrenäen kommen.“

Vor fünf Jahren überraschte Didi die Fans mit einem Liegerad. Zudem hatte der frühere Kraftfahrer mittels 55 Trinkflaschen verschiedener Teams den Eiffelturm nachgestaltet. Für den Teufel war die Idee letztendlich ein bisschen unbequem. Er musste den „Turm“ nachts im VW-Bus unterbringen und jeden Abend drüberklettern.

Der Teufel hat schon 579 Etappen in den Hörnern

Für Didi kein Problem: „Ich bin seit jetzt 30 Jahren bei der Tour, habe 30 verschiedene Kostüme und mindestens 50 verschiedene Hörner-Paare getragen. 579 Etappen, wenn ich richtig gezählt habe, stand ich meist 20 oder 25 Kilometer vorm Ziel. Egal ob ich im Schnee in 2500 Metern Höhe am Galibier oder in der Hitze von Toulouse durchhalten musste.“

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