Berlins Radsport-Profi Maximilian Schachmann (r., 28) leidet noch heute unter dem Doping-Skandal um Jan Ullrich.
Berlins Radsport-Profi Maximilian Schachmann (r., 28) leidet noch heute unter dem Doping-Skandal um Jan Ullrich. imago (2)

Manche Geschichten wird man im Leben bekanntlich nur schwer oder sogar gar nicht mehr los. So fühlt sich auch Berlins Radsportstar Maximilian Schachmann. Der kleine, aber feine Unterschied: Der 28 Jahre alte Profi hat sich gar nichts zu Schulden kommen lassen. Vielmehr leidet Schachmann unter der negativen Wahrnehmung des Profi-Radsports – vor allem wegen Jan Ullrichs Doping-Skandal vor mehr als 25 Jahren!

„Bei uns wird immer direkt von Doping ausgegangen, während das in anderen Sportarten gar keine Rolle spielt“, sagte Schachmann dem Nachrichtenportal t-online. Er finde es „schade“, wie wenig Menschen über den Sport informiert seien und forderte zugleich eine bessere mediale Aufklärung.

Die Doping-Skandale um die Jahrtausendwende wirken nach Meinung des Allrounders des deutschen Teams Bora-hansgrohe noch immer nach. „Wir tun alles für einen sauberen Sport, betreiben einen Riesenaufwand, um in der Weltspitze mitzufahren. Dann höre ich häufig, dass in den Köpfen der Menschen noch alte Klischees sitzen“, sagte Schachmann. Ursächlich dafür seien Dopingenthüllungen rund um Jan Ullrich und dessen ehemaliges Team Telekom. Ullrichs Tour-Sieg 1997 jährt sich im Juli zum 25. Mal.

Radsport leidet unter Jan Ullrichs Doping-Skandal

Jan Ullrich gewann bisher als einziger Deutscher die Tour de France, 1997. Jahre später erschütterte ein Doping-Skandal im Team Telekom die Radsport-Welt.
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Jan Ullrich gewann bisher als einziger Deutscher die Tour de France, 1997. Jahre später erschütterte ein Doping-Skandal im Team Telekom die Radsport-Welt.

Bei Ullrichs Tour-Sieg war Schachmann zwei Jahre alt. Der Berliner sauer: „Dass der Radsport darunter gelitten hat, steht außer Frage. Dass ich als Sportler, der damit nichts zu tun hat, immer noch darunter leide, ärgert mich. Viele Leute denken, im Radsport hat sich seitdem nichts verändert.“

Dass der Sport unter den vielen Doping-Skandalen in den vergangenen Jahren gelitten habe, stehe außer Frage, sagte der Straßenmeister von 2019 und 2021. „Wir tun alles für einen sauberen Sport, betreiben einen Riesenaufwand, um in der Weltspitze mitzufahren.“ Er werde aber immer noch oft auf Doping angesprochen und könne nicht nachvollziehen, „warum so viele Menschen bei unserer Sportart heutzutage so skeptisch sind. Natürlich ist unsere Leistung extrem. Aber wir machen täglich nichts anderes und sind talentiert.“

Der 28-Jährige muss auf seine Titelverteidigung bei der Straßen-DM am Sonntag im Sauerland wegen eines positiven Corona-Tests verzichten. Die Auswirkungen auf den geplanten Start bei der Tour de France (ab 1. Juli) sind noch offen.

Corona: Maximilian Schachmann bangt um Tour-Teilnahme

Schachmann bangt aktuell wegen eines positiven Corona-Tests um seine Teilnahme an der Tour de France. Auf die Chance einer Titelverteidigung bei der Straßen-DM am Sonntag im Sauerland musste er bereits verzichten. Die 109. Frankreich-Rundfahrt beginnt am Freitag in Kopenhagen. Sein Bora-hansgrohe-Rennstall habe „aufgrund der aktuellen Corona-Situation“ die Nominierung nach hinten verschoben, erklärte Schachmann.

Zuletzt waren im Radsport zahlreiche Corona-Fälle aufgetreten. Mehr als 40 Fahrer mussten die Tour de Suisse vorzeitig beenden. Auch im Bora-Team hatte es drei positive Tests gegeben, darunter der Russe Alexander Wlassow, der das Rennen als Gesamterster verlassen musste. Schachmann hatte die Rundfahrt dagegen auf Rang zehn beendet und war erst danach positiv getestet worden. Der gebürtige Berliner war bereits zu Beginn des Jahres an Corona erkrankt und hatte danach mit einem schweren Infekt zu kämpfen.

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