Vor ESC-Start

Mega-Shitstorm für Südafrika-Clip: Sarah Engels zieht heftige Konsequenzen

Shitstorm gegen Sarah Engels: Nach „White Savior Complex“-Vorwürfen löscht die ESC-Sängerin ihr Südafrika-Video und reagiert öffentlich auf die Kritik.

Author - Julia Nothacker
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Sarah Engels erntet eine Menge Kritik für ihr Video aus Südafrika.
Sarah Engels erntet eine Menge Kritik für ihr Video aus Südafrika.IMAGO/Christopher Adolph

Ein Instagram-Clip, der eigentlich berühren sollte, entwickelte sich binnen Stunden zum PR-GAU: Sarah Engels steht wenige Wochen vor dem Eurovision Song Contest 2026 im Zentrum eines massiven Shitstorms. Der Vorwurf: „White Savior Complex“. Auslöser war ein Video aus Südafrika, das die 33-Jährige Anfang April auf Instagram teilte – und kurz darauf wieder löschte.

ESC-Video von Sarah Engels löst Shitstorm aus

In dem mittlerweile entfernten Clip sieht man Sarah Engels in einer Schule in Südafrika, umringt von Schulkindern, singend und tanzend zu ihrem ESC-Song „Fire“. Dazu schrieb sie, Musik brauche keine Sprache, sie verbinde – und schwärmte von „funkelnden Augen“ und davon, wie „dankbar“ die Kinder gewesen seien für etwas, das für sie selbstverständlich sei. Genau diese Wortwahl brachte die Kommentarspalten zum Explodieren.

Kritiker warfen der Sängerin vor, Schwarze Kinder als emotionale Kulisse zu nutzen – zur eigenen Imagepflege, kurz vor dem größten Auftritt ihrer Karriere. Der Begriff „White Saviorism“ fiel immer wieder: Gemeint ist die Inszenierung von Hilfe, bei der weniger die Betroffenen im Mittelpunkt stehen als die moralische Aufwertung der helfenden, meist weißen Person.

Nach viel Kritik im Netz nahm Sarah Engels Stellung zu den Vorwürfen.
Nach viel Kritik im Netz nahm Sarah Engels Stellung zu den Vorwürfen.IMAGO/Oliver Langel

Parallel entzündete sich eine zweite Debatte am Kinderschutz: Während Sarah Engels die Gesichter ihrer eigenen Kinder konsequent aus der Öffentlichkeit heraushält, waren die Schulkinder im Video klar erkennbar. Viele empfanden das als widersprüchlich.

Auch Creator griffen den Clip auf Social Media auf und ordneten ihn kritisch ein, was die Debatte weiter anheizte.

Während der Shitstorm tobt, gibt es auch Verteidiger. Einige Fans verweisen auf Sarah Engels’ soziales Engagement und ihre Stiftung, andere halten die Debatte für überzogen.

Sarah Engels reagiert auf heftige Kritik

Der Druck war dennoch zu groß und zeigte schließlich Wirkung: Sarah Engels löschte das Video und äußerte sich öffentlich in einem Interview mit dem Musikportal Bleistiftrocker.

Sie erklärte, der Clip sei nicht geplant gewesen. Sie sei im Rahmen ihrer Stiftung nach Südafrika eingeladen worden, um langjährig Projekte kennenzulernen. Der Moment mit den Kindern sei spontan entstanden.

Zugleich betonte die Sängerin, sie habe sich die Kritik „zu Herzen genommen“. Deshalb habe sie den Beitrag entfernt. Sie liebe es, Menschen kennenzulernen und zu connecten – das sei ihre Intention gewesen.

Der Skandal hat der deutschen ESC-Hoffnung einen empfindlichen Dämpfer verpasst. Ob der Sturm bis zum großen Auftritt abgeflaut ist, wird sich zeigen. Sicher ist: Das Netz vergisst nicht so schnell.

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