Es gibt in unserem Alltag viele Redewendungen, die wir immer wieder benutzen – und das, obwohl wir eigentlich gar nicht wissen, woher sie kommen. Jeder hat etwa schonmal den Spruch „auf den Leimgehen“ benutzt oder jemanden als Pechvogel bezeichnet. Aber: Wissen Sie, wie diese Redewendungen entstanden sind und dass sie den gleichen Ursprung haben? Wir verraten das Geheimnis der Redewendungen Pechvogel und „auf den Leim gehen“, die jetzt auch bei „Wer wird Millionär“ zum Thema werden und viele Zuschauer überraschen dürften.
Pechvogel und „auf den Leim gehen“: Woher kommt's?
Am Pfingstsonntag läuft bei RTL ein neues Spezial von „Wer wird Millionär“ – beim Zocker-Special müssen sich die Kandidatinnen und Kandidaten besonders harten Regeln stellen. Bis zur 16.000-Euro-Frage muss gezockt werden, es dürfen also keine Joker genutzt werden. Wer eine Absicherung braucht, kann sie verwenden, bekommt danach aber alle Joker gestrichen.
Sie könnten schnell zum Pechvogel werden oder Günther Jauch auf den Leim gehen … Kandidat Johannes Groß gehört zu jenen, die in der Sendung auf den Ratestuhl dürfen. Und wird mit einer spannenden Frage konfrontiert.
Als es um 32.000 Euro geht, bekommt er von Günther Jauch zwei Redewendungen – es geht um den Pechvogel und die Formulierung „auf den Leim gehen“. Der Moderator von „Wer wird Millionär“ will wissen: Dem Wortursprung nach hat ein Pechvogel im Prinzip dasselbe Schicksal erlitten wie es auch hinter welcher Redensart steckt? Die möglichen Antworten sind neben dem besagten „auf den Leim gehen“ auch „neben der Spur sein“, „unter den Teppich kehren“ und „in den Sack hauen“. Hätten Sie es gewusst?

Die Antwort ist simpel: Sowohl der Pechvogel als auch die Redewendung „auf den Leimgehen“ kommt aus dem Vogelfang. Denn: Früher hat man Vögel mithilfe sogenannter Leimruten gefangen. Dafür wurden Äste mit Leim oder anderen klebrigen Flüssigkeiten eingeschmiert und ausgelegt. Mit einem Lockvogel hat man dann versucht, Vögel zu den Ästen zu locken. Setzten sich die Vogel dann auf die Äste, blieben sie kleben und konnten von den Vogelfängern entsprechend eingesammelt werden.
So entstand die Redewendung „auf den Leim gehen“
Sie hatten also nicht nur Pech wie der Pechvogel, sondern gingen dem Vogelfänger buchstäblich „auf den Leim“. Der Pechvogel selbst kommt übrigens nicht nur vom Gegenteil von Glück, weil die gefangenen Vögel eben Unglück hatten, sondern weil auch das schwarze, besonders klebrige Pech für den Vogelfang eingesetzt wurden. Heute sind solche Methoden aber verboten – zumindest offiziell. Denn ob nicht der eine oder andere Vogelfänger heute noch mit derlei Techniken arbeitet, ist unklar. Der Pechvogel und die Redewendung „auf den Leim gehen“ wären also erklärt. Und woher kommen die anderen Redewendungen aus der Frage bei „Wer wird Millionär“?
Die Herkunft von „Neben der Spur sein“
„Neben der Spur sein“: Die Wendung stammt vermutlich aus dem Bereich von Verkehr und Technik, besonders von Eisenbahn und Wagenlenkung. „Spur“ bezeichnet die vorgesehene Fahrbahn oder den richtigen Kurs. Wer „neben der Spur“ ist, bewegt sich also außerhalb der vorgesehenen Bahn. Übertragen bedeutet das: jemand ist unkonzentriert, verwirrt oder verhält sich nicht situationsgerecht. Seit dem 19./20. Jahrhundert wurde der Ausdruck zunehmend metaphorisch verwendet.

So entstand „Unter den Teppich kehren“
„Unter den Teppich kehren“: Diese Redewendung hat einen sehr anschaulichen Ursprung im häuslichen Alltag. Anstatt Schmutz ordentlich zu entfernen, wird er einfach unter einen Teppich geschoben, wo er unsichtbar bleibt. Übertragen bedeutet das, Probleme bewusst zu verdrängen oder zu verheimlichen, statt sie zu lösen. Die Wendung wurde im 20. Jahrhundert populär und wird oft im politischen oder gesellschaftlichen Kontext verwendet.
Woher kommt „In den Sack hauen“?
„In den Sack hauen“: Der Ausdruck hat mehrere mögliche Ursprünge. Eine verbreitete Erklärung verweist auf Handwerk und Handel: Wenn Waren in Säcken transportiert wurden, bedeutete das „Hauen in den Sack“ das Beenden der Arbeitsschritte. Eine andere Deutung sieht den Ursprung im bäuerlichen Alltag, etwa beim Dreschen oder Verpacken. Heute bedeutet die Redewendung umgangssprachlich, etwas aufzugeben, abzubrechen oder keine Lust mehr zu haben.



