Sein Unmut beschäftigt Millionen Deutsche: Ostrapper Finch (40) hetzt auf Social Media gegen das neue Wehrpflichtgesetz. Das besagt, dass Männer ab drei Monaten Auslandsaufenthalt eine Reisegenehmigung einholen müssen. Finch rät nun jungen Männern, lieber Deutschland zu verlassen.
Männer müssen künftig Ausreisegenehmigung bei Bundeswehr einreichen
Seit dem 1. Januar 2026 gilt für wehrpflichtige männliche Deutsche zwischen 17 und 45 Jahren, die das Land länger als drei Monate verlassen wollen, dass sie eine Erlaubnis bei der Bundeswehr einholen müssen. Egal, ob es sich um einen Urlaub, den Job oder ein Auslandssemester handelt.
„Die Genehmigung ist für den Zeitraum zu erteilen, in dem die männliche Person für eine Einberufung zum Wehrdienst nicht heransteht“, heißt es in Paragraph 3. Alle Anträge sollen zwar genehmigt werden, es ist aber verpflichtend, diese Anträge bei der Bundeswehr zu stellen.
Rapper Finch, der sich seit mehreren Wochen im Thailand-Urlaub befindet, macht seinen Unmut auf Social Media deutlich. Sein Video beginnt mit den Worten: „Ich nehme jetzt zum 35. Mal die Story auf, weil die Story davor hundertprozentig eine Anzeige für mich bedeutet. Wenn ihr die Möglichkeit habt, wenn ihr ein junger Mensch seid, dieses Land zu verlassen: Macht es, tut es.“

Damit bezieht sich Finch auf das neue Gesetz. Er betont, dass Deutschland gerade für Selbstständige das unattraktivste Land der Welt sei. Ironisch führt er fort: „Aber ist schon richtig. Als 40-jähriger Mann muss ich mich natürlich abmelden, wenn ich drei Monate ins Ausland will. Als wäre es mein verschissener Vater.“
Das steckt hinter der Gesetzesänderung
Grund für die Gesetzesänderung ist, dass das Verteidigungsministerium wissen möchte, wie viele wehrtüchtige Männer sich aktuell im Land und im Ausland befinden. „Hintergrund und Leitgedanke dieser Regelung ist eine für den Bedarfsfall belastbare und aussagekräftige Wehrerfassung. [...] Wir müssen für den Ernstfall wissen, wer sich gegebenenfalls längerfristig im Ausland aufhält“, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums zu IPPEN.MEDIA.

Für Finch ist das scheinbar keine Entschuldigung, sondern ein Eingriff in sein Leben. „Es macht einfach nur schlechte Laune. Wenn man sowas sieht, hat man auch gar keinen Bock, nach Deutschland zu kommen“, wütet er. Ob es Konsequenzen gibt, wenn ein Antrag nicht eingereicht wird, ist aktuell noch unklar.
Wenn die Familie des Rappers nicht noch in Deutschland leben würde – er hat Wurzeln in Brandenburg und Frankfurt (Oder) –, würde er Deutschland wahrscheinlich verlassen, gibt er zu.




