30 Jahre nach Auftritt

Debatte um Thomas Gottschalk: Esther Schweins enthüllt unangenehme TV-Erfahrung

Esther Schweins rechnet in der Doku „Was haben wir gelacht“ mit Thomas Gottschalk und einem „Wetten, dass..?“-Auftritt von 1996 ab.

Author - Julia Nothacker
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Esther Schweins fühlte sich bei Thomas Gottschalk unwohl.
Esther Schweins fühlte sich bei Thomas Gottschalk unwohl.Collage Horst Galuschka/Imago und Panthermedia/Imago

Was früher Millionen Zuschauer ganz normal fanden, sorgt heute für heftige Diskussionen. Schauspielerin und Komikerin Esther Schweins (56) blickt in der neuen Dokumentation „Was haben wir gelacht“ (ab dem 16.7. im Kino), in der unter anderem auch Maren Kroymann und Hella von Sinnen zu Wort kommen, auf einen Auftritt bei „Wetten, dass..?“ aus dem Jahr 1996 zurück und sieht diesen heute mehr als kritisch.

Alter „Wetten, dass..?“-Ausschnitt sorgt für Wirbel: Esther Schweins erhebt Vorwürfe

In der Doku, die das deutsche Showgeschäft der 90er- und frühen 2000er-Jahre aus Sicht von Frauen beleuchtet, wird ein alter Ausschnitt aus der ZDF-Kultshow gezeigt. Zu sehen ist, wie Moderator Thomas Gottschalk (76) Esther Schweins zur Couch begleitet, ihr körperlich nahe kommt und anzügliche Kommentare vorliest.

Die ehemalige „RTL Samstag Nacht“-Darstellerin zeigt sich beim Wiedersehen mit den Bildern sichtlich bewegt. „Ich habe heute das Herzklopfen, das ich damals in dieser Situation hatte“, sagt Schweins in der Dokumentation. Zudem erklärt sie, sie habe sich damals „in die Enge getrieben“ gefühlt und keine Worte dafür gehabt, auszudrücken, dass es ihr auf dem Sofa nicht gut ging.

Esther Schweins und Thomas Gottschalk 1996 bei „Wetten, dass..?" mit weiteren Gästen.
Esther Schweins und Thomas Gottschalk 1996 bei „Wetten, dass..?" mit weiteren Gästen.teutopress/Imago

Die Diskussion rund um grenzwertiges Verhalten im TV trifft erneut auch Thomas Gottschalk. Der langjährige „Wetten, dass..?“-Moderator stand bereits mehrfach wegen seines Umgangs mit weiblichen Gästen in der Kritik. Gottschalk selbst hatte sein Verhalten in der Vergangenheit verteidigt. Gegenüber dem Spiegel erklärte er 2024, er habe Frauen im Fernsehen „rein dienstlich angefasst“.

Heftige Reaktionen im Netz: Zuschauer diskutieren über Esther Schweins’ TV-Moment

Der Ausschnitt wird inzwischen auch in sozialen Netzwerken diskutiert. Viele Zuschauer loben, dass solche Szenen heute kritisch aufgearbeitet werden.
- „Es ist schon befremdlich, was alles als ‚normal‘ angesehen wurde. Und weil es ‚normal‘ gewesen ist, hat sich auch kaum jemand getraut, etwas zu sagen und über das ungute Gefühl zu sprechen.“
- „Da schämt man sich als Mann einfach … Das ging und geht einfach gar nicht!“
- „Mir ist gerade so schlecht, mir fehlen die Worte und ich bin froh, dass wir heute die Dinge anders sehen und wir Frauen klarstellen, dass wir so nicht mehr behandelt werden wollen. Ich wünschte, ich könnte schreiben, dass diese Zeiten vorbei sind.“

Andere Nutzer sehen die Sache allerdings anders. Sie argumentieren, man könne das Fernsehen aus den 90er-Jahren nicht ausschließlich mit heutigen Maßstäben bewerten. Genau diese gegensätzlichen Reaktionen zeigen, wie sehr das Thema noch immer polarisiert.

Bei all der Diskussion sollte man vor allem die Betroffenen nicht aus den Augen verlieren. Für Esther Schweins sind die Bilder von damals  bis heute alles andere als nur ein harmloser TV-Moment.