Jetzt mischt sich auch Hella von Sinnen (67) in die Debatte um Dieter Nuhr (65) ein und findet deutliche Worte. Die Entertainerin reagiert auf die umstrittenen Äußerungen des Kabarettisten zu Femiziden.
Nach „Nuhr im Ersten“: Heftige Kritik an Dieter Nuhr
Die Diskussion geht auf eine Ausgabe von „Nuhr im Ersten XXL“ vom 18. Juni zurück. Dort hatte Dieter Nuhr erklärt, die jährlich rund 300 bis 350 Frauenmorde in Deutschland seien selbstverständlich zu viele. Gleichzeitig sagte er sinngemäß, die Wahrscheinlichkeit, in einer Beziehung auf einen Frauenmörder zu treffen, sei „praktisch null“ – und fügte einen ironisch gemeinten Rat hinzu, man solle seinen Partner vor dem Geschlechtsverkehr vielleicht erst einmal kennenlernen.
Diese Passage sorgte in den sozialen Netzwerken für heftige Reaktionen. Kritiker warfen dem Satiriker vor, sich über Femizide lustig zu machen und die Verantwortung teilweise den Betroffenen zuzuschieben.

Der Kabarettist selbst hatte die Kritik bereits zurückgewiesen. Auf Facebook erklärte er, er habe keine Witze über Femizide gemacht und werde dies auch niemals tun. Er erklärte, sein Anliegen sei es gewesen, pauschale Schuldzuweisungen gegenüber Männern zu thematisieren.
Die ARD stellte sich hinter den Moderator. Zwar könne man die Kritik nachvollziehen, gleichzeitig müsse bei Satireformaten die künstlerische Freiheit berücksichtigt werden, hieß es in einem Statement gegenüber Watson. Im Rahmen der Kunstfreiheit dürfe Satire auch provozierend und zugespitzt formulieren, erklärte der Sender.
Nach Femizid-Debatte: Hella von Sinnen stellt Nuhrs ARD-Zukunft infrage
In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung zeigte sich Hella von Sinnen nun fassungslos über Nuhrs Äußerungen. „Jedes Jahr werden an die 350 Frauen von ihren Männern ermordet – und er sagt das?“, kritisierte sie laut Bericht. Die Komikerin sprach von einer „Verniedlichung von Femiziden“ und einer „Verleugnung dieses Frauenhasses“.
Doch Hella von Sinnen beließ es nicht bei der Kritik an den Aussagen selbst. Sie äußerte auch Zweifel daran, ob Nuhr weiterhin eine Plattform im öffentlich-rechtlichen Fernsehen haben sollte. „Ich bin gespannt, ob Herr Nuhr seinen Job bei der ARD behält“, sagte sie.



