Prozessbeginn gegen Mette-Marits Sohn

Die Gewalt-Akte Marius Borg Høiby

Jetzt sitz er sogar in U-Haft. Der Sohn der Kronprinzessin Mette-Marit muss sich wegen 38 Anklagepunkten vor Gericht verantworten. Bis zu 16 Jahre Haft drohen.

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Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen (l.) und ihr Sohn Marius Borg Høiby.
Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen (l.) und ihr Sohn Marius Borg Høiby.Vegard Wivestad Grott/NTB SCANPIX/EPA

Es ist die wohl größte Erschütterung, die das norwegische Königshaus seit langem erlebt hat. Eine Mutter bangt um die Freiheit ihres Kindes. Marius Borg Høiby (29), der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit (52) und Stiefsohn von Kronprinz Haakon (52), steht ab dem 3. Februar vor Gericht und muss sich wegen 38 Tatbeständen verantworten.

Der Ruhm stieg Marius zu Kopf

Der Ruhm, die Macht und das Geld stiegen ihm zu Kopf. Marius Borg Høiby hat sein Leben ruiniert, da kann ihm nicht einmal mehr die Krone helfen. Zwar hat der Sohn aus erster Ehe von Mette-Marit keinen Adelstitel, doch durfte er seit seiner Kindheit den Luxus und die Vorzüge genießen, die das royale Leben mit sich bringt. Vom niedlichen Vorzeigesohn rutschte Marius in eine tiefe Abwärtsspirale, aus der ihn nicht einmal seine Mutter und sein Stiefvater holen konnten.

Doch was war passiert? Marius war im August 2024 erstmals wegen Gewaltvorwürfen gegen seine Ex-Freundin festgenommen worden. In den vergangenen 16 Monaten kamen immer mehr Bezichtigungen gegen den Norweger auf. Sechs Frauen erhoben Anschuldigungen gegen Marius Borg Høiby; nur zwei von ihnen – Ex-Freundin Nora Haukland sowie die norwegische TV-Moderatorin Linni Meister (40) – sind namentlich bekannt.

Marius und Haakon im Juni 2016 beim 25. Jubiläum von König Harald von Norwegen.
Marius und Haakon im Juni 2016 beim 25. Jubiläum von König Harald von Norwegen.Bernard Rubsamen/Royalportraits Europe/Bestimage/IMAGO

Zu den insgesamt 38 Anklagepunkten zählen unter anderem Bedrohung, Hausfriedensbruch, Körperverletzung und Sachbeschädigung. Hinzu kommen Vorwürfe der Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung, die Weigerung, Amtsträgern personenbezogene Daten mitzuteilen, verschiedene Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr, wiederholte Verstöße gegen ein bestehendes Kontaktverbot, ungebührliches Verhalten sowie ein schwerwiegendes Delikt im Zusammenhang mit Drogen.

Linni Meister vor einer Woche bei den Vixen Awards in Oslo.
Linni Meister vor einer Woche bei den Vixen Awards in Oslo.Fredrik Varfjell/IMAGO

Den Ermittlungen zufolge soll Marius in vier Fällen sexuelle Übergriffe begangen haben, wobei die betroffenen Frauen entweder schliefen oder alkoholisiert gewesen sein sollen. Eine dieser Taten fällt nach Angaben der Strafverfolger sogar in die Zeit, nachdem das Verfahren bereits angelaufen war. In mindestens drei Situationen habe er die jeweiligen Frauen erst wenige Stunden zuvor kennengelernt.

Die Welt schaut auf eine gebrochene Familie

Auch das norwegische Königshaus leidet unter den Taten. Obwohl Marius kein Royal ist, stehen seine Mutter und sein Stiefvater unter enormem Druck. Wie konnte Mette-Marits Sohn so abdriften? Darf so etwas in einem Königshaus überhaupt vorkommen?
Die Kronprinzessin und der Kronprinz durchleben etwas, das viele Eltern schon gespürt haben: Verzweiflung, Trauer, Wut und vermutlich auch Enttäuschung. Nur dass bei ihnen die ganze Welt zusieht.

Für Mutter Mette-Marit beginnt jetzt ein Albtraum.
Für Mutter Mette-Marit beginnt jetzt ein Albtraum.Popow/IMAGO

Doch jetzt der nächste Knaller: Obwohl am Dienstag der Prozess gegen ihn beginnt, soll Marius am Sonntagabend eines der mutmaßlichen Opfer mit einem Messer bedroht und somit das Kontaktverbot gebrochen haben. Die Staatsanwaltschaft stellte, nachdem er um 23.01 Uhr am Sonntagabend festgenommen wurde, einen Antrag auf Untersuchungshaft.

Bis zu 16 Jahre Haft für Marius

Grund: Wiederholungsgefahr. Am Montagnachmittag entschied das Amtsgericht schließlich: Mette-Marits Sohn muss für vier Wochen in U-Haft. Ein erneuter Schlag für die Königsfamilie. Mette-Marit und Haakon äußerten sich bislang nicht zu den erneuten Eskapaden rund um ihren Sohn.

Auch habe Marius mit Drogenproblemen zu kämpfen; er räumte selbst ein, unter dem Einfluss von Kokain und Alkohol gestanden zu haben. Der Prozess soll voraussichtlich bis zum 19. März gehen. Dann wird sich zeigen, welche Zukunft Marius blüht. Für die Anklagepunkte könnten ihm bis zu 16 Jahre Haft drohen.