Michael Wendler wird wohl nie wieder im deutschen Fernsehen auftreten. Foto: imago images/Christoph Hardt

Zugegeben es war ein ganz schönes Rumgeeier, das RTL am Mittwoch an den Tag legte. Doch am Ende traf der Kölner TV-Sender die Richtige Entscheidung. Nach der neuesten Entgleisung von Michael Wendler, schnitten sie den Verschwörungstheoretiker und ehemaligen Schlagersänger aus den verbleibenden Folgen von „Deutschland sucht den Superstar“. Zuvor wurde von vielen Seiten Druck auf die Senderverantwortlichen ausgeübt.

Zugegeben: Die Gemengelage war schwierig. Als Michael Wendler Anfang Oktober bei DSDS hinwarf, um auf Telegram Verschwörungsideologien zu verbreiten hatte RTL bereits die Casting-Folgen abgedreht. 13 Mal sollte der Wendler stets mit dem Hinweis, dass er längst gefeuert sei also noch als Juror über die Bildschirme flimmern, ehe seine TV-Karriere endgültig vorbei sein würde. Das sorgte zunehmend für Kritik, da der Wendler diese Auftritte stets als Comeback anpreiste. 

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Doch offenbar wollte RTL das letzte Material, dass sie von ihrem einstigen unfreiwillig lustigen Star hatten, auch verwerten. Es kam scheinbar nie in Frage, den Wendler aus der Show zu schneiden. Offiziell begründete RTL das mit der Dramaturgie und Respekt gegenüber den Kandidaten

Doch ein neuerlicher Ausfall änderte alles: Denn nachdem Michael Wendler in den letzten Wochen bereits verschiedene antisemitische Inhalte über seinen Telegram-Kanal in die Welt geblasen hatte, postete er am Dienstagabend höchstselbst eine Botschaft die den Holocaust verharmlost. Nach der Lockdown-Verlängerung am Dienstagabend schrieb der ehemalige Schlagersänger: „KZ Deutschland??? Es ist einfach nur noch dreist, was sich diese Regierung erlaubt!“ Der Wendler setzte also den Lockdown mit dem systematischen Massenmord der Deutschen an sechs Millionen Juden gleich - auch, wenn er sich später rauszureden versuchte, dass er mit KZ ja nicht Konzentrationslager sondern Krisenzentrum gemeint habe, was ohnehin niemand glaubt.

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Nach einer kurzen inhaltliche Distanzierung schien es aber auch am Mittwoch zunächst noch so, als wolle RTL daran festhalten, weiterhin den Wendler in der Show zu lassen. Doch nach einem mittleren Shitstorm, der auch an die Vorbildfunktion des Senders appellierte, sowie Aufrufen aus der Politik entschied sich der Sender am Mittwochnachmittag den Wendler komplett aus der Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ zu entfernen. Selbst wenn dabei „für die Zuschauer sichtbare, dramaturgische Lücken entstehen“ sollten, teilt der Sender auf seiner Homepage mit. Die erste, bereits ausgestrahlte Folge, in der der Wendler zwar nicht gut weg kam, aber immerhin Sendezeit hatte, wurde bereits aus der Mediathek gelöscht.

Zur Begründung wurde auch Senderchef Jörg Graf zitiert. „In Zeiten, in denen es darum geht, durch gesellschaftlichen Zusammenhalt, gegenseitige Rücksichtnahme und Respekt gemeinsam eine schwere Krise zu bewältigen, wird RTL mit einer Unterhaltungsshow nicht die Bühne für Menschen sein, die ihrerseits Spaltung und Verharmlosung propagieren“, sagte er. Nach einer offenbar schweren Entscheidungsfindung das richtige Ende.