Schwurbeln jetzt in verschiedene Richtungen: Attila Hildmann und Michael Wendler. Fotos: dpa/Chrisophe Gateau, imago images/nicepix.world

Die beiden waren so etwas wie Ernie und Bert der Verschwörungsszene: Attila Hildmann und Michael Wendler. Der Vegan-Koch verbreitet bereits seit dem Frühjahr gefährliche und antisemitische Verschwörungsideologien und rühmt sich seit Oktober damit, auch den ehemaligen Schlagersänger Michael Wendler von seinen wirren Ansichten überzeugt zu haben. Doch nun gibt es ganz offensichtlich Ärger im Schwurbel-Paradies. Attila Hildmann ist sauer auf seinen berühmten Verstärker.

„Wendler, hör bitte auf, diesen Trump-Müll zu posten“, schrieb Hildmann in seinem Telegram-Kanal in Richtung des ehemaligen Schlagersängers, den er noch von der gemeinsamen Teilnahme bei „Let's Dance“ kennt und in den letzten Wochen eigentlich nur so mit lobenden Worten überhäufte. Doch nun passen die Verschwörungsideologien von Wendler und Hildmann in einem entscheidenden Punkt nicht mehr zusammen. Und der heißt Donald Trump.

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Denn Michael Wendler hält weiter an der radikal evangelikalen Erzählung, die auch bei QAnon-Anhängern beliebt ist, fest, nach der US-Präsident Donald Trump so etwas wie der Messias ist, der in einem Endkampf die Armee der Guten gegen die Bösen anführen - und selbstverständlich siegen wird. So hält er die Wahlniederlage für einen Fake und glaubt fest daran, dass - kurz gesagt - Donald Trump schlicht das Kriegsrecht ausrufen müsse, um an der Macht zu bleiben und so die Welt zu retten. Es ist nicht lange her, da äußerte sich auch Hildmann derartig über den abgewählten US-Präsidenten. Doch damit ist nun offenbar Schluss. Denn für Hildmann ist Trump nun offenbar Teil der ach so bösen Weltverschwörung - und damit nicht besser als Angela Merkel, die er als Satanistin bezeichnet.

Hildmann zeichnete dem Wendler auf Telegram Horror-Szenarien. So würde Trump den ehemaligen Schlagersänger und seine junge Ehefrau Laura bald in ein „FEMA-KZ“ sperren. Mit dieser den Holocaust verharmlosenden Aussage spielt Hildmann auf eine Verschwörungserzählung an, nachdem die US-Katastrophenschutz-Behörde vorhabe Menschen in Lager zu stecken. Belege dafür gibt es wie für so vieles, was Hildmann und andere Verschwörungsideologen verbreiten, natürlich nicht.

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Doch offenbar glaubt Hildmann fest daran, den Wendler trotz dessen inbrünstigen Liebe zu Trump noch auf seine Seite ziehen zu können. „Du hast so viel begriffen“, lobt er. „Aber bei Fakten über Trump stellst du dich blind.“ Er warnt ihn, dass er sich, wenn er weiter an Trump festhalte, mitschuldig mache - und gibt ihm dann noch einen Rat auf den Weg: „Rette deinen Arsch ist mein Tipp, USA ist unsicherer als EU!“

Dass Wendler den aber annimmt, scheint mehr als fraglich. Denn ganz nüchtern und ohne jegliche Verschwörungserzählung ist Wendler in den USA zumindest vorerst vor einem sicher: Dem Verfahren wegen Beihilfe zur Insolvenzverschleppung, das in Deutschland auf ihn wartet.