Ein Foto aus besseren Tagen: Michael Wendler noch als Schlagersänger mit seinem damaligen Manager Markus Krampe. Foto: imago images/Eduard Bopp

Als sich Manager Markus Krampe Mitte November von seinem gefallenen Klienten Michael Wendler trennte, sagte er, er habe „Dinge rausgefunden, die so brisant sind, die ich niemals erwartet hätte“. Worum es genau ging, sagte er damals nicht. Doch jetzt, nachdem er sich eines erneuten Angriffs des ehemaligen Schlagersängers erwehren musste, packt Krampe aus.

Begonnen hatte der neuerliche öffentliche Streit mit Vorwürfen von Wendler, Markus Krampe habe sich mit geheimen Verträgen zusätzliche Provisionen erschlichen. Wendler, der sich aktuell für keine Verschwörungsideologie zu schade ist, schreibt sogar von Betrug. Dem widerspricht Krampe nun in einem Interview mit Wendlers ehemaligem Haussender RTL. „Es ist alles total seriös und vernünftig abgelaufen“, verteidigt er sich. Beim Wendler hingegen sehe das anders aus.

Während sich Krampe also nach Wendlers Knall-Transformation vom Schlagersänger zum Verschwörungsideologen um die zahlreichen geplatzten Verträge kümmerte, fiel im auf, dass der Wendler ihn hintergangen hatte. Der Ex-Manager: „Ich habe festgestellt, dass seine Tochter für alles haftbar gemacht wird. Das hat er mir vorher immer verneint.“ Dabei, so sagt es Krampe, sei es eine Bedingung für die Zusammenarbeit gewesen, dass die 18-jährige Adeline keinen Schaden davontragen wird. Doch nach Durchsicht der Verträge ist sich Krampe sicher: „Sie wird diejenige sein, die alle Rechtsfolgen abkriegt.“ Der Wendler, so Krampes Vorwurf, treibt seine Tochter „sehenden Auges in den Ruin“. Er prognostiziert, dass Adeline mit ihrer Greencard aufgrund der Schulden in große Schwierigkeiten kommen wird. Dabei ist sie die Einzige im Hause Wendler, die verständliches Englisch spricht.

Wendler schlägt auf Instagram und Telegram weiter um sich

Der Wendler schlägt auf Instagram und Telegram derweil weiter wild um sich. Krampe sieht das in der immer größer werdenden Not begründet. „Ich glaube, dass er auch seine Felle davonschwimmen sieht und einfach gegen jeden schießt, der einem gerade in die Quere kommt“, sagt er. Er selbst gehe immer noch davon aus, dass hinter Wendlers Verhalten eine Krankheit stecke.

Es ist wohl der letzte Strohhalm, an den sich ehemalige Weggefährten des Ex-Schlagersängers klammern. Denn der 48-Jährige scheint sich jeden Tag selbst übertrumpfen zu wollen. Nach der Lockdown-Verlängerung am Dienstagabend postete er: „KZ Deutschland??? Es ist einfach nur noch dreist, was sich diese Regierung erlaubt!“ und verharmloste damit den Holocaust, in dem sechs Millionen Juden von Deutschen systematisch ermordet wurden. Später versuchte er, seinen antisemitischen Kommentar zu rechtfertigen. Mit KZ soll natürlich nicht Konzentrationslager sondern Krisenzentrum gemeint gewesen sein. Wer’s glaubt...

Und wie reagiert RTL? Der Sender distanziert sich nach einiger Kritik in den sozialen Netzwerken - aber auch aus der Politik noch einmal von dem längst gefeuerten Juror. Nach einigem hin und her entschied man sich am Mittwochnachmittag letztendlich dazu, den Wendler aus den kommenden zwölf Folgen herauszuschneiden, selbst wenn dabei „für die Zuschauer sichtbare, dramaturgische Lücken entstehen“, teilt der Sender auf seiner Homepage mit. Die erste Folge, in der Wendler noch zu sehen war, wurde bereits aus der Mediathek genommen.