DSDS bekommt einen neuen Anstrich. Doch wie wird er aussehen und wer sitzt in der Ära nach Dieter Bohlen in der Jury? dpa/Henning Kaiser

Bei RTL rauchen die Köpfe. Mit dem Rauswurf von Dieter Bohlen bei DSDS hat man sich vielleicht von einem nicht mehr zeitgemäßen Fernsehgesicht getrennt, doch damit hat man wohl auch Fans verschreckt, die eben genau wegen Bohlens Gemeinheiten und seiner Sprüche eingeschaltet haben. Fest steht: Die Quoten sind nach dem Ausstieg Bohlens eingebrochen. Nie haben so wenig Zuschauer das Finale von „Deutschland sucht den Superstar“ gesehen, wie dieses Mal. Soll DSDS eine Zukunft haben, muss die nächste Staffel ein Erfolg werden - und das zu schaffen, soll der Sender bereits einen Geheiplan in der Schublade haben.

Bei DSDS bleibt kein Stein auf dem anderen

Wie die Bild berichtet, heißt es aus Produktionskreisen, dass „kein Stein auf dem anderen bleiben“ soll. Viele Chancen soll die Produktion allerdings nicht bekommen. Wenn die Staffel floppt, heißt es, würde mit DSDS Schluss sein. Doch das versuchen RTL und UFA Show & Factual mit großem Aufwand zu verhindern. Laut den Pländen, über die Bild nun berichtet, soll DSDS in der nächsten Staffel nicht mehr wiederzuerkennen sein.

Ein Verantwortlicher sagte dem Blatt: „DSDS wird wieder ein Gesangswettbewerb – ohne Trash, ohne Gaga-Castings.“ Diese Veränderung, war das Mindeste, was der Sender tun musste. Denn die oft vorgeführten und dann abgekanzelten Kandidaten alleine Bohlen in die Schuhe zu schieben, wäre zu einfach gewesen. Zu dem Konzept der vergangenen Jahre, das mit seiner Verächtlichkeit als nicht mehr zeitgemäß erachtet wurde, trugen eben nicht nur Bohlens Kommentare bei, sondern auch ein Casting-Team, das talentfreie Sänger vor die Kameras ließ, sowie ein Schnitt und eine Redaktion, die diese Kandidaten oft als Versager darstellten. 

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Doch damit soll nun Schluss sein. Offenbar wagt RTL den Schritt, DSDS in direkte Konkurrenz mit dem Pro7-Format „The Voice of Germany“ zu stellen. Dafür soll auch die Jury komplett neu besetzt werden - und zwar ohne starre Hierarchie wie in der Ära Bohlen. Teamwork ist gefragt, als Vorbild gelten die Dynamiken der „Let's Dance“-Jury. Bei der Besetzung sind sich die Verantwortlichen aber offenbar noch unsicher.

Es soll eine Liste von 30 bis 40 Namen geben. Es gehe bei den Überlegungen nicht nur darum, wer fachlich in die Jury passt, sondern auch darum, wie die einzelnen Charaktere harmonieren und darum, welche Zielgruppe sie ansprechen. Neben dem Namen von Florian Silbereisen fällt auch immer wieder der von Nico Santos! Der saß zuletzt eben bei „The Voice“ in der Jury.

Sänger Nico Santos ist offenbar als Juror für das neue DSDS-Konzept im Gespräch. Imago/BOBO

Auch hinter den Kulissen wird derzeit einiges verändert, berichtet Bild. Schon in der vergangenen Staffel wurde Executive Producer Marc Orthen (42) ausgetauscht, der Stuhl von Nachfolgerin Lea den Hartog soll zudem gewaltig wackeln. Und damit nicht genug: Vor allem Mitarbeiter, die als Bohlen-Freunde gelten, müssen angeblich zittern.

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Wann die Planungen abgeschlossen sein werden, ist noch unklar. All zu viel Zeit dürfen sich die Verantwortlichen aber nicht mehr lassen. Der Dreh für die vergangene Staffel begann im Spätsommer. Bis dahin gilt es noch einige Konzepte auszuarbeiten und Verträge einzutüten.