Komiker Atze Schröder erlebte eine furchtbare Familientragödie. Georg Wendt/dpa

Der Mann, der seit Jahren als Atze Schröder ganze Arenen mit seinem Gag-Feuerwerk unterhält, erlebte eine furchtbare Familientragödie. Dem Promi-Magazin Bunte erzählt er: „Mein Vater Hubert hatte als junger Mann als minderjähriger Panzerfahrer im Krieg schreckliche Dinge erlebt und verbrochen. Nach und nach vertraute er mir ab meiner Jugend seine Gräueltaten an. Mir als einzigem in unserer Familie. Ihm war sehr wichtig, dass ich Anti-Militarist bin und auf keinen Fall zur Bundeswehr gehe. Eher in den Knast.“ Trotz der Kriegsverbrechen des Vaters war er für seinen Sohn „mein Papa und gleichzeitig mein bester Freund“, so Atze Schröder. „Und ich bin dankbar, dass ich am Sterbebett seine Hand halten konnte.“

Sein Vater sei mit 17 Jahren aus dem Haus gegangen, mit 30 zurückgekehrt. „Nach dem Krieg hat er sich entschieden, diese Tür erstmal zuzumachen und ein gutes Leben zu führen“, erzählte Schröder.

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Schröder hat großen Respekt vor dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. „Wenn ich Selenskyj sehe, der ja bis vor einiger Zeit noch ein Kollege von mir war, nämlich Komiker, mit wie viel Ausstrahlung und Furchtlosigkeit der auftritt, dann sollten wir im Kleinen auch sagen: Angst lähmt nur. Lass uns Respekt davor haben, vor der Situation, aber keine Angst“, sagte Schröder in der Sendung „Silvia am Sonntag – der Talk“ auf Hit Radio FFH.

Atze Schröder plädiert dafür, keine Angst zu haben

Schröder stellte seine Biografie „Blauäugig: Mein Leben als Atze Schröder“ vor, die am 1. April erscheint. Darin geht es auch um die Kriegserfahrungen seines Vaters. „Einerseits habe ich ‚Nieder mit den Waffen‘ sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen und musste meinem Vater versprechen, nie mehr eine Waffe in die Hand zu nehmen. Aber wir müssen jetzt leider einsehen, dass wir nur mit Kuscheln gegen echte Bösewichte wie Putin keine Chance haben“, sagte Schröder.

Der Darsteller des Atze Schröder lehnt eine Offenlegung seiner bürgerlichen Identität ab und war erfolgreich mit Gerichtsverfahren dagegen vorgegangen. So gewann er 2005 die Klage gegen die Boulevardzeitung Bild, die ein Foto ohne Perücke veröffentlicht hatte. Ebenfalls konnte er sich 2006 gegen die nochmalige Nennung seines bürgerlichen Namens im Weser-Kurier wehren.