Rentenversicherung

Mehr Rente ab Juli: Warum dieser Brief für Millionen Menschen wichtig ist

Rund 21 Millionen Rentner bekommen derzeit Post von der DRV. Warum das Schreiben wichtig ist und wann Sie aktiv werden sollten.

Author - Stefan Doerr
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Alle Rentner bekommen jetzt Post von der Deutschen Rentenversicherung.
Alle Rentner bekommen jetzt Post von der Deutschen Rentenversicherung.Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Bei den rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentnern in Deutschland flattert derzeit ein besonders wichtiger Brief ins Haus. Zum 1. Juli 2026 stiegen die gesetzlichen Renten um 4,24 Prozent und deshalb verschickt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) jetzt die diesjährigen Rentenanpassungsmitteilungen. Ein Brief, der für viele wichtiger ist, als er auf den ersten Blick aussieht.

Empfänger bekommen mehr Rente und das automatisch

Die sogenannte Rentenanpassungsmitteilung wird seit Mitte Juni verschickt. Bis zum 24. Juli sollen alle Schreiben zugestellt sein. Darin steht ganz genau und offiziell, wie hoch die persönliche Rente seit Juli ist. Das Schreiben kann etwa bei Behörden, für Anträge oder andere Nachweise benötigt werden. Außerdem wird Empfängern mitgeteilt, wann der neue Betrag auf dem Konto eingeht.

Denn beim Auszahlungstermin gibt es Unterschiede. Wer bereits bis März 2004 erstmals Rente bezogen hat, erhält seine Rente vorschüssig und bekam den erhöhten Betrag bereits Ende Juni überwiesen. Wer erst ab April 2004 in Rente gegangen ist, bekommt die Zahlung nachschüssig, also erst am letzten Bankarbeitstag im Juli.

Rentner können sich über eine satte Erhöhung freuen.
Rentner können sich über eine satte Erhöhung freuen.wolterfoto/Imago

Der Brief ist keine Voraussetzung dafür, dass die erhöhte Rente auf dem Konto landet. Das Rentenplus wird automatisch ausgezahlt. Niemand muss etwas beantragen. Die Rentenanpassungsmitteilung dient vielmehr als offizieller Nachweis über die neue Rentenhöhe. Das kann etwa für Behördengänge, Anträge oder andere Formalitäten wichtig sein.

Wenn die Rente trotz Erhöhung nicht steigt

Außerdem enthält die Rentenanpassungsmitteilung wichtige Informationen, die nicht alle Rentner gleichermaßen betreffen. So erfahren Betroffene darin unter anderem, ob bei ihnen eine sogenannte Aussparung greift. Das passiert dann, wenn eine Rente früher zu hoch berechnet wurde. In diesem Fall steigt die Rente trotz der allgemeinen Erhöhung nicht an. Sie wird aber auch nicht gekürzt.

So viel bringt die Erhöhung

Durch die Anpassung steigt der aktuelle Rentenwert von 40,79 Euro auf 42,52 Euro. Eine monatliche Rente von 1000 Euro erhöht sich damit auf 1042,40 Euro. Bei 1500 Euro sind es bereits 63,60 Euro mehr im Monat. Dass die Erhöhung mit 4,24 Prozent höher ausfällt als zunächst erwartet, liegt vor allem an der positiven Lohnentwicklung im Jahr 2025.

Zugleich wird die gesetzliche Haltelinie beim Rentenniveau eingehalten. Der aktuelle Rentenwert wurde so festgelegt, dass das Rentenniveau weiterhin 48 Prozent beträgt. Diese Regelung gilt nach derzeitiger Rechtslage bis einschließlich 2031.

Das ist wichtig, wenn der Brief nicht ankommt

Zunächst heißt es: Geduld haben. Der Versand erfolgt gestaffelt und läuft noch bis zum 24. Juli. Wer bis dahin keine Rentenanpassungsmitteilung erhalten hat, die Bescheinigung aber benötigt, sollte selbst aktiv werden. Die DRV rät in diesem Fall, sich an den zuständigen Rentenversicherungsträger zu wenden. Dort kann geklärt werden, warum das Schreiben ausgeblieben ist und wie eine Ersatzmitteilung ausgestellt werden kann.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com