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Zecken finden mit dem Handy: So funktioniert der Smartphone-Trick

Winzige Zecken werden leicht übersehen. Eine spezielle Handy-Funktion erleichtert die Suche bei Mensch und Hund.

Author - Stefan Doerr
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Eine winzige Zecke sucht sich einen Platz auf der Haut zum Blutsaugen.
Eine winzige Zecke sucht sich einen Platz auf der Haut zum Blutsaugen.MiS/Imago

Nach jedem Spaziergang durchs hohe Gras beginnt für viele Hundebesitzer die große Suche. Fell abtasten, Finger durch das dichte Haar gleiten lassen und hoffen, dass sich keine Zecke festgesetzt hat. Doch gerade die winzigen Blutsauger sind oft kaum zu erkennen. Aber eine spezielle Funktion auf Smartphones hilft dabei, Zecken leichter aufzuspüren. Und das bei Hund und Mensch.

Zeckenfinder steckt in jedem Smartphone

Die Zeckensaison läuft auch im Sommer auf Hochtouren. Die Parasiten sitzen bevorzugt in hohem Gras, Büschen oder am Wegesrand und warten dort auf einen Wirt. Haben sie sich einmal im Fell oder auf der Haut festgesetzt, sollten sie möglichst schnell entfernt werden.

Darauf weist auch die Bundestierärztekammer hin. Denn Zecken können Krankheiten wie Borreliose oder die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Das gilt nicht nur für Hunde, sondern auch für Menschen. Je früher die Parasiten entdeckt und entfernt werden, desto besser.

Und ausgerechnet ein Werkzeug, das fast jeder ständig in der Tasche trägt, kann die Suche deutlich erleichtern. Das Smartphone ist ein ungenutzter Zeckenfinder.

Die gefährlichen Parasiten sind im dichten Fell kaum zu erkennen.
Die gefährlichen Parasiten sind im dichten Fell kaum zu erkennen.Arnulf Hettrich/Imago

So funktioniert der einfache Handy-Trick

Der überraschend einfache Trick nutzt die bereits vorinstallierte Lupen-Funktion vieler Handys. Sowohl Apple als auch Android bieten entsprechende Vergrößerungs-Apps an. Entscheidend ist dabei nicht die Vergrößerung allein, sondern ein spezieller Bildfilter.

Der entscheidende Kniff ist der Filter „Invertiert“. Wird er aktiviert, verändert sich der Farbkontrast deutlich. Kleine Zecken, dunkle Punkte oder andere Unreinheiten heben sich dadurch oft besser vom Fell oder von der Haut ab. Besonders bei dunklem Hundefell oder winzigen Zecken kann das die Suche erheblich erleichtern.

Für iPhone-Nutzer ist die Funktion schnell eingerichtet. In der App „Lupe“ lässt sich über die Einstellungen das Steuerelement „Filter“ hinzufügen. Anschließend genügt ein Tipp auf „Invertiert“. Android-Nutzer können die Lupen-Funktion ebenfalls über die Gerätesuche beziehungsweise über den entsprechenden Shortcut aufrufen und dort den invertierten Filter aktivieren.

Durch den Kamera-Filter lassen sich Zecken leichter erkennen.
Durch den Kamera-Filter lassen sich Zecken leichter erkennen.Erstellt von KI/Berliner Kurier

Ist die Funktion eingeschaltet, wird das Smartphone praktisch zum mobilen Zecken-Scanner. Fährt man mit der Kamera langsam über das Fell, fallen selbst kleine Unregelmäßigkeiten oft schneller auf.

Besonders hilfreich ist der Trick bei Hunden mit dichtem oder dunklem Fell. Dort verschwinden die kleinen Blutsauger häufig optisch zwischen Haaren und Hautschuppen. Durch die veränderte Darstellung hebt sich die Zecke stärker vom Hintergrund ab.

Doch nicht nur Vierbeiner profitieren davon. Auch auf menschlicher Haut kann die Smartphone-Lupe nützlich sein. Zwar lassen sich ausgewachsene Zecken meist problemlos erkennen. Anders sieht es bei den sogenannten Nymphen aus. Diese jungen Zeckenstadien sind winzig und werden häufig mit einem Muttermal, einem Schorfkrümel oder einem Schmutzpartikel verwechselt.

Gerade das macht sie gefährlich. Denn auch Nymphen können Krankheitserreger übertragen. Wer nach einem Ausflug ins Grüne unsicher ist, kann mit der Lupen-App und dem invertierten Filter die Haut zusätzlich kontrollieren.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com