Hausmittel

Schwarzkümmelöl: Ein Wundermittel oder nur Hype? Das müssen Sie wissen!

Immer mehr Menschen greifen zu Schwarzkümmelöl. Was es enthält, wie und wofür es angewendet wird und was die Wissenschaft dazu sagt.

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Schwarzkümmel als Gewürz gibt Speisen eine intensiv-würzige Note, das Öl soll gesundheitsfördernde Eigenschaften haben.
Schwarzkümmel als Gewürz gibt Speisen eine intensiv-würzige Note, das Öl soll gesundheitsfördernde Eigenschaften haben.O. Diez/ Imagebroker / Imago

Schwarzkümmelöl erlebt gerade einen regelrechten Hype. In Sozialen Medien wird das Öl als angebliches Wundermittel für Immunsystem, Haut, Haare, Verdauung oder Allergien beworben. Influencer berichten von erstaunlichen Wirkungen. Fachleute mahnen jedoch zur Vorsicht: Viele dieser Versprechen sind wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.

Was ist Schwarzkümmelöl?

Schwarzkümmelöl wird aus den Samen der Pflanze „Echter Schwarzkümmel“ (Nigella sativa) gewonnen. Trotz seines Namens ist Schwarzkümmel weder mit Kümmel noch mit Kreuzkümmel verwandt. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Westasien und dem Nahen Osten. 

Schwarzkümmel wird dort seit Jahrhunderten als Gewürz und traditionelles Hausmittel verwendet. Die Samen und das daraus gewonnene Öl haben einen würzigen, leicht pfeffrigen und etwas bitteren Geschmack.

Die Samen enthalten unter anderem ungesättigte Fettsäuren sowie verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Besonders im Fokus der Forschung steht der Inhaltsstoff Thymoquinon, dem entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften zugeschrieben werden.

Echter Schwarzkuemmel (Nigella sativa). Bereits seit mehr als 2000 Jahren wird Schwarzkümmel im Orient als pfefferartiges Gewürz und als Medizin verwendet.
Echter Schwarzkuemmel (Nigella sativa). Bereits seit mehr als 2000 Jahren wird Schwarzkümmel im Orient als pfefferartiges Gewürz und als Medizin verwendet.H.Tschanz-Hofmann / Imago

Wofür wird Schwarzkümmelöl verwendet?

Die meisten Anwender nutzen Schwarzkümmelöl in der Hoffnung, Entzündungen zu lindern oder das Immunsystem zu unterstützen. Tatsächlich gibt es Hinweise aus Labor-, Tier- und kleineren Humanstudien, dass Inhaltsstoffe des Öls entzündliche Prozesse beeinflussen können. Diskutiert werden mögliche Effekte bei Allergien, Asthma, rheumatoider Arthritis, Bluthochdruck und Störungen des Zuckerstoffwechsels.

Besonders häufig wird Schwarzkümmelöl bei Heuschnupfen und anderen Allergien eingesetzt. Einige Studien deuten darauf hin, dass Inhaltsstoffe des Öls Einfluss auf allergische Reaktionen und Entzündungsprozesse haben könnten. Wissenschaftler betonen jedoch, dass die vorhandenen Daten nicht ausreichen, um daraus allgemeingültige Therapieempfehlungen abzuleiten. 

Auch für Menschen mit erhöhtem Blutdruck oder Diabetes gibt es erste Forschungsergebnisse, die auf mögliche positive Effekte hindeuten. Allerdings handelt es sich oft um kleine Studien, die durch größere Untersuchungen bestätigt werden müssten.

Hilft Schwarzkümmelöl gegen Krebs?

Im Internet wird Schwarzkümmelöl immer wieder mit Krebs in Verbindung gebracht. Tatsächlich haben Labor- und Tierversuche gezeigt, dass Thymoquinon verschiedene biologische Prozesse beeinflussen kann, die für die Krebsforschung interessant sind. Daraus lässt sich jedoch keine Wirksamkeit beim Menschen ableiten.  Der Krebsinformationsdienst betont, dass eine Wirkung von Schwarzkümmelöl gegen Krebs beim Menschen bislang nicht belegt ist.

In welchen Formen wird Schwarzkümmel angeboten?

Am bekanntesten ist kaltgepresstes Schwarzkümmelöl in Flaschen. Daneben gibt es Weichkapseln als Nahrungsergänzungsmittel, ganze Samen zum Würzen von Speisen sowie verschiedene Extrakte. Wer zu Schwarzkümmel-Produkten greift, sollte beachten, dass Schwarzkümmel, Schwarzkümmelsamen und Schwarzkümmelöl nicht dasselbe sind. Studien untersuchen häufig unterschiedliche Produkte oder einzelne Inhaltsstoffe, sodass sich Ergebnisse nicht immer direkt vergleichen lassen.

Das Öl aus den Schwarzkümmelsamen kann auch in Kapselform eingenommen werden.
Das Öl aus den Schwarzkümmelsamen kann auch in Kapselform eingenommen werden.IMAGO / Depositphotos

Wie wird Schwarzkümmelöl angewendet?

Viele Menschen nehmen Schwarzkümmelöl pur oder in Kapselform ein. Darüber hinaus wird es äußerlich zur Pflege von Haut und Haaren verwendet. In der traditionellen Anwendung kommt es unter anderem bei Allergien, Verdauungsbeschwerden und zur Unterstützung des allgemeinen Wohlbefindens zum Einsatz.

Gibt es Nebenwirkungen?

Schwarzkümmelöl gilt grundsätzlich als gut verträglich. Dennoch können Nebenwirkungen auftreten. Dazu zählen unter anderem Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen oder Durchfall. Bei empfindlichen Personen sind auch allergische Reaktionen möglich.

Wer regelmäßig Medikamente einnimmt oder an einer chronischen Erkrankung leidet, sollte eine Einnahme vorsichtshalber mit dem Arzt besprechen. Das gilt insbesondere dann, wenn Schwarzkümmelöl über einen längeren Zeitraum oder in konzentrierter Form als Nahrungsergänzungsmittel genutzt werden soll.

Schwarzkümmelöl ist ein traditionsreiches Naturprodukt mit interessanten Inhaltsstoffen. Die Forschung liefert Hinweise auf mögliche gesundheitliche Effekte – viele der im Internet verbreiteten Heilversprechen sind bislang jedoch nicht ausreichend belegt.