Eh der Sex richtig angefangen hat, ist er vorbei: Man(n) ejakuliert und der Penis wird schlapp. Gefühlt viel zu früh zu kommen, kann für Männer belastend sein. Was denkt meine Partnerin oder mein Partner? Und beim nächsten Mal ist da gleich wieder der Gedanke: „Bloß nicht sofort kommen.“ Woran liegt das nur?
Beim Ejaculatio praecox fühlt sich der Mann machtlos
Wichtig für alle, die sich davon betroffen fühlen: Frühzeitig zu kommen, sei weder eine Charakterschwäche noch sei man daran schuld, sagt der Urologe Prof. Axel Merseburger, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Urologie. Tatsächlich ist der vorzeitige Samenerguss eine medizinisch anerkannte Störung, der Fachbegriff dafür lautet Ejaculatio praecox.
Nach medizinischer Definition spricht man davon, wenn man innerhalb der ersten Minute nach dem Eindringen kommt. Oder schon vorher – dann ist von Ejaculatio ante portas die Rede. Doch so genau muss man es nicht festzurren. „Manche Männer leiden vielleicht, wenn sie nach zehn Minuten kommen, und manche gar nicht, wenn sie nach zwei Minuten kommen“, sagt Merseburger.

Was Betroffene eint, ist das Gefühl, keine Kontrolle über ihren Samenerguss zu haben, wenn es drauf ankommt. Neben körperlichen Faktoren, zum Beispiel der Empfindsamkeit für Reize und Nähe, spielt die Psyche eine große Rolle – Stichwort: Ich bringe es nicht. Was hilft dann?
Einfache Methoden gegen vorzeitigen Samenerguss
Zunächst vielleicht einmal die Erkenntnis, dass Sex in Deutschland im Schnitt gut fünf Minuten dauert. „Das steht natürlich in kompletten Gegensatz zu dem, was man in irgendwelchen Pornos sieht, wo die Männer über Stunden rammeln“, sagt Merseburger. Das normale Leben muss also kein Erotikfilm und man selbst kein Leistungsbettsportler sein.
Ganz praktisch gibt es auch Dinge, die man ausprobieren kann. Das Einfachste ist wohl das, was Merseburger als Squeeze-Technik beschreibt: Dabei drückt man den Penis beim Sex unter der Eichel kräftig am Schaft zusammen, um das aufkommende Ejakulationsgefühl zu dämpfen. Damit lässt sich das Kommen zumindest etwas hinauszögern.

Kondome nutzen: „Sie verdicken die Reizschwelle, weil dann nicht Schleimhaut auf Schleimhaut reibt“, erklärt der Urologe.
Die Start-Stop-Methode: Also kurz aufhören mit dem Stoßen, wenn man merkt, dass man kurz vor dem Kommen ist. Wobei sich das einerseits nicht immer gut kontrollieren lässt und andererseits es auch das Sexerlebnis trüben kann, wenn man alle 30 Sekunden „Stopp, ich muss kurz aufhören“ sagt.
Weitere Optionen: Atemkontrolle oder ablenkende Gedanken ausprobieren.


