Rund um den Black Friday locken online und Berlins Einkaufsstraßen Schnäppchen und Rabatte. Doch Vorsicht: Bestimmte Produkte können Sie nach dem Kauf nicht mehr zurückgeben! Wir verraten Ihnen alle Infos rund um Umtausch und Rückgabe, damit Sie Ihre Shoppingtour unbesorgt genießen können.
Diese Rechte haben Sie beim Online-Shopping
Wenn Sie etwas im Internet bestellen, haben Sie fast immer ein Widerrufsrecht. Sobald das Paket angekommen ist, haben Sie 14 Tage Zeit, um den Kaufvertrag zu widerrufen. Und das, ohne dass Sie dafür einen Grund angeben müssen. Insbesondere muss die Ware nicht beschädigt sein.
Viele nutzen den Black Friday inzwischen, um für Weihnachten vorzusorgen - und kaufen Handys, Spielekonsolen oder Schuhe, die an Heiligabend unterm Baum liegen sollen, schon jetzt. Um dieser Entwicklung nicht durch zu kurze Rückgabemöglichkeiten den Schwung zu nehmen, reagieren viele Onlinehändler freiwillig mit speziellen Regeln. So verlängern einige die Rückgabefrist auf 30, 60 oder sogar 100 Tage.
Wie funktioniert so ein Widerruf?
Möchten Sie ein Produkt zurückgeben, müssen Sie dem Onlinehändler innerhalb von 14 Tagen nach der Lieferung Bescheid geben, dass Sie die Bestellung nicht behalten wollen - zum Beispiel, indem man dort anruft oder eine E-Mail schreibt. Hat der Händler am Black Friday die Frist verlängert, haben Sie entsprechend länger Zeit.
Ab der Erklärung des Widerrufs haben Sie noch einmal 14 Tage Zeit, um die Bestellung zurückzuschicken. Streng genommen ist es nicht zulässig, das Paket einfach kommentarlos wieder an den Händler zu senden.
In der Praxis funktioniert es aber oft einfacher: Man verpackt die Ware wieder, füllt eine Widerrufserklärung aus, die den meisten Paketen beiliegt, und gibt das Paket beim Transportdienstleister ab. So wird für den Händler deutlich, dass Sie nicht am Kauf festhalten wollen.

Retouren-Rekord in Deutschland
Und weil der Widerruf so einfach klappt, schicken Kunden in Deutschland in diesem Jahr voraussichtlich so viele online bestellte Produkte zurück wie nie zuvor. Die Zahl der Rücksendungen dürfte auf 550 Millionen steigen, prognostiziert der Retourenforscher Björn Asdecker von der Universität Bamberg. Fast jedes vierte Online-Paket wird ihm zufolge komplett oder teilweise zurückgeschickt, am häufigsten betroffen sei Kleidung.
Gilt das Widerrufsrecht am Black Friday für alle Waren?
Nein, für bestimmte Produkt-Kategorien gilt das gesetzliche Widerrufsrecht beim Onlinekauf nicht. Etwa für frische Lebensmittel, die schnell verderben können oder für manche Hygieneprodukte, wenn Sie die Versiegelung entfernt haben. Auch Sonderanfertigungen, die Sie nach eigenen Wünschen konfektioniert haben, sind nicht vom Widerrufsrecht erfasst.

Und wenn Sie etwas im Geschäft umtauschen wollen?
Auch in der Innenstadt locken Geschäfte mit vermeintlich unschlagbaren Angeboten zum Black Friday. Beim Einkaufen im Laden gibt es nach dem Gesetz kein standardmäßiges Umtauschrecht - auch wenn viele Käuferinnen und Käufer das meinen.
Deswegen dürfen Sie Black-Friday-Einkäufe, von denen Sie doch nicht mehr so überzeugt sind, nicht einfach innerhalb von 14 Tagen zurückbringen.
Geschäfte müssen die Ware nicht zurücknehmen. Aber: Auch die Filialen vieler Unternehmen werben zum Black Friday mit freiwilligen, flexiblen Regeln für den Umtausch. Wo solche Regeln gelten werden, können sich Kundinnen und Kunden dann auch darauf berufen.



