Verbraucherschutz

Abzocke mit Klimageräten: Worauf Verbraucher achten müssen

Kühlen in Sekunden, kaum Stromverbrauch: Viele Werbeversprechen klingen zu schön, um wahr zu sein. Experten warnen.

Author - Stefan Doerr
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Ein Ventilator wie hier hilft nur wenig bei Hitze, doch bei Klimaanlagen ist Vorsicht geboten.
Ein Ventilator wie hier hilft nur wenig bei Hitze, doch bei Klimaanlagen ist Vorsicht geboten.Christin Klose/dpa

Kaum steigen die Temperaturen auf über 30 Grad, tauchen im Internet plötzlich vermeintliche Wunder-Klimageräte auf. In sozialen Netzwerken und Online-Anzeigen werben Anbieter mit handlichen Klimaanlagen, die angeblich ganze Räume schnell herunterkühlen, dabei kaum Strom verbrauchen und ohne aufwendige Installation auskommen. Genau hier sollten Verbraucher besonders aufmerksam werden.

Verein entlarvt irreführende Werbeversprechen

Denn oft halten die Geräte, die für viele nach der perfekten Lösung gegen die nächste Hitzewelle klingen, in Wahrheit nicht, was sie versprechen. Hinter vielen der angeblichen Klimageräte steckt gar keine echte Klimaanlage, sondern lediglich ein kleiner Ventilator oder ein Mini-Luftkühler, warnen die Verbraucherschützer von Minikama, ein Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch.

Zwar verfügen manche Modelle über einen Wasser- oder Eisbehälter. Dadurch kann sich die Luft unmittelbar vor dem Gerät tatsächlich etwas kühler anfühlen. Einen ganzen Raum auf angenehme Temperaturen herunterzukühlen, schaffen solche Geräte jedoch nicht.

Eine echte Klimaanlage transportiert die warme Luft nach draußen.
Eine echte Klimaanlage transportiert die warme Luft nach draußen.Zoonar/Imago

Trotzdem wird in den Anzeigen häufig der Eindruck erweckt, als könne ein handliches Gerät die Leistung einer vollwertigen Klimaanlage ersetzen. Um Vertrauen zu schaffen, setzen viele Anbieter auf Eindruck schindende Schlagworte wie „NASA-Technologie“, „Weltraumtechnik“, „von Ingenieuren entwickelt“ oder „revolutionär“.

Nur so sorgen Klimageräte wirklich für Abkühlung

Konkrete technische Daten bleiben dagegen oft vage oder fehlen ganz. Stattdessen werben die Shops mit angeblichen Testberichten und auffallend vielen positiven Bewertungen.

Eine echte Klimaanlage muss die Wärme aus dem Raum nach draußen transportieren. Mobile Klimageräte nutzen dafür in der Regel einen Abluftschlauch. Fehlt ein solches System, bleibt die Wärme im Raum. Ein Ventilator bewegt lediglich die warme Luft von rechts nach links, während ein Wasserbehälter höchstens für einen kurzfristigen Kühleffekt direkt vor dem Gerät sorgt.

Wer also auf ein kleines Gerät ohne Abluftschlauch stößt, das angeblich ein komplettes Zimmer innerhalb weniger Sekunden herunterkühlt, sollte skeptisch werden.

Nach Angaben der Verbraucherschützer von Minikama gibt es mehrere Warnsignale. Dazu gehören unrealistische Kühlversprechen, fehlende technische Angaben und künstlicher Zeitdruck nach dem Motto „Nur noch heute erhältlich“. Auch fragwürdige Prüfsiegel, schlechte Übersetzungen, KI-generierte Sprecherstimmen in Werbevideos oder auffällige Rechtschreibfehler können Hinweise auf unseriöse Angebote sein.

Besondere Vorsicht ist zudem bei unbekannten Onlineshops geboten. Fehlen ein vollständiges Impressum, eine nachvollziehbare Adresse, Kontaktmöglichkeiten oder transparente Rückgabebedingungen, steigt das Risiko für Verbraucher erheblich.