Immer wieder ein Ärgernis! Unkraut sprießt aus jeder noch so kleinen Fuge, zwischen Plastersteinen, in der Gargeneinfahrt, entlang von Gehwegen, auf der Terrasse. Die gute Nachricht: Man braucht weder Gift noch teure Spezialmittel, um das Unkraut zu killen. Viele Hausmittel wirken durchaus gut und nachhaltig – wenn man sie richtig einsetzt.
1. Erst mal Hand anlegen
Der wichtigste Schritt, auch wenn es mühsam ist: Unkraut so gründlich wie möglich per Hand herausziehen . Entscheidend ist, die Wurzel zu erwischen. Bleibt sie im Boden, treibt die Pflanze wieder aus. Ein Fugenkratzer oder ein schmales Messer hilft, tief in die Ritzen zu gelangen. Je sauberer die Fläche danach ist, desto besser wirken die weiteren Methoden.

2. Kochendes Wasser – der Unkraut-Schocker
Kochendes Wasser zerstört die Zellstrukturen der Pflanze sofort. Die Blätter werden matschig, die Stängel knicken ein. Allerdings erreicht die Hitze die tieferen Wurzeln nicht vollständig. Das bedeutet: Für hartnäckige Pflanzen muss man die Behandlung wiederholen oder mit einer zweiten Methode kombinieren. Vorteil: absolut chemiefrei und sofort wirksam.
3. Backpulver – der Feuchtigkeitskiller
Backpulver enthält Natriumhydrogencarbonat – und das wirkt wie ein Trocknungsbeschleuniger. Es entzieht der Pflanze Wasser, bis sie regelrecht austrocknet. Man kann es direkt auf die Fugen streuen oder mit Wasser mischen und aufsprühen. Wichtig ist trockenes Wetter, damit der Wirkstoff nicht weggespült wird. Ideal für kleine, junge Unkräuter.

4. Salz – aber bitte verdünnen
Salz entzieht Pflanzen ebenfalls Feuchtigkeit. Es wirkt zuverlässig, kann aber bei Überdosierung Pflastersteine angreifen. Besonders Naturstein reagiert empfindlich: Er kann ausbleichen, bröckeln oder langfristig Schaden nehmen. Deshalb sollte Salz nur stark verdünnt eingesetzt werden – etwa ein Teil Salz auf drei Teile Wasser – und ausschließlich punktuell.
5. Essig – als gezielte Säureattacke
Weißer Haushaltsessig greift die Zellstruktur der Pflanzen an. Die Blätter trocknen aus, die Pflanze stirbt ab. Ein paar Tropfen Spülmittel im Essigwasser sorgen dafür, dass die Mischung besser haftet und nicht sofort abperlt. Alle zwei Wochen wiederholen, bis die Fugen dauerhaft sauber bleiben. Vorsicht: Essig wirkt auch auf andere Pflanzen – also gezielt sprühen.
Achtung: Alle genannten Hausmittel wirken nicht nur auf Unkraut, sondern auch auf Blumen und andere Pflanzen. Also immer gezielt nur die Fugen behandeln.
6. Bodendecker – die langfristige Lösung
Wer langfristig Ruhe haben will, kann die Fugen nach dem Entfernen des Unkrauts mit niedrig wachsenden Pflanzen begrünen. Bodendecker nehmen dem Unkraut Licht, Platz und Nährstoffe weg. Besonders geeignet sind robuste Sorten wie Sedum, Kriechmispel oder Korsische Minze. Sie wachsen flach, sehen hübsch aus und verhindern, dass sich neue Unkräuter breitmachen.


