Zum Glück sind die Zeiten vorbei, in denen schmutzige Wäsche in einem großen Topf mit Laugenseife ausgekocht werden musste (kein Wunder, dass damals alles grau, steif und kratzig war). Dank Waschmaschinen und moderner Waschmittel braucht es heute viel weniger Aufwand, um Kleidung sauber zu bekommen – und das sogar bei deutlich niedrigeren Wassertemperaturen.
Waschen wir völlig falsch?
Viele Menschen gehen davon aus, dass heißes Wasser automatisch sauberere Wäsche bedeutet, aber das stimmt nicht unbedingt. Wäscheexperten erklären, wie effektiv kaltes Wasser im Vergleich zu heißem Wasser wirklich ist – und wonach man entscheidet, welche Temperatur sich für welche Wäsche eignet.

Die Antwort ist eindeutig. Man kann nicht nur kaltes Wasser verwenden – es bietet sogar Vorteile gegenüber heißem Wasser. Zach und Jerry Pozniak, Inhaber von Jeeves New York und Autoren von The Laundry Book, erklären: „Unsere Forschung hat gezeigt, dass heißes Wasser zum Einlaufen, Verblassen und frühzeitiger Abnutzung von Stoffen führt.“
Kaltes Wasser sei demnach schonender für Stofffasern und Farben und verhindere, dass bestimmte Flecken dauerhaft in der Kleidung bleiben. „Für die meisten Wäschestücke ist heißes Wasser mit modernen Waschmitteln nicht mehr notwendig“, erklärt Zach Pozniak.
Wenn die Nebenkosten stetig steigen, kann der Umstieg auf kaltes Wasser beim Waschen eine große Entlastung sein. Laut dem American Cleaning Institute gehen rund 90 Prozent des Energieverbrauchs einer Waschmaschine allein auf das Erhitzen des Wassers zurück. Weniger Energieverbrauch bedeutet geringere CO2‑Emissionen – gut für Umwelt und Geldbeutel.

Vor- und Nachteile von kaltem Wasser beim Waschen
- schonender für Stoffe
- verhindert das Auswaschen von Farben
- weniger Einlaufen der Kleidung
- reduziert Faltenbildung
- spart Energiekosten
- verringert CO2‑Emissionen
- entfernt starke Verschmutzungen weniger gut
- desinfiziert Stoffe nicht
- tötet keine Schimmelsporen ab
- tötet keine Insekten wie Läuse oder Bettwanzen

Wann man auf heißes Wasser setzen sollte
Es gibt aber Situationen, in denen heißes Wasser definitiv die bessere Wahl ist. „Wir empfehlen den Einsatz von heißem Wasser beim Desinfizieren, beim erneuten Reinigen stark verschmutzter Kleidungsstücke oder beim Entfernen von Schimmel“, sagt Jerry Pozniak.
Alle Textilien, die mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten verunreinigt sind, sollten in heißem Wasser gewaschen werden, um Bakterien abzutöten. Bei Kopfläusen oder Bettwanzen ist heißes Wasser notwendig, um die Insekten abzutöten. Auch bei hartnäckigen Flecken wie Fett und eingetrocknetem Schmutz liefert eine höhere Wassertemperatur deutlich bessere Ergebnisse. Zur Fleckentfernung sollte das Kleidungsstück vorher in kaltem Wasser ausgespült und eingeweicht werden, bevor es mit heißem Wasser gewaschen wird.
Für optimale Ergebnisse beim Waschen mit kaltem Wasser sollte man ein enzymbasiertes, hochwertiges Waschmittel verwenden, das speziell für niedrige Temperaturen entwickelt wurde. Kaltes Wasser sollte beim Wäschewaschen immer für den letzten Spülgang verwendet werden, damit Faltenbildung vermieden wird, während die Kleidung den abschließenden Hochschleudergang durchläuft.
Die Experten zeigen also: Egal ob heiß oder kalt – die richtige Temperatur ist der Schlüssel zu sauberer, schonender und rundum gelungener Wäsche.



