Brrrr... sooo kalt!

Mediziner warnen vor „Winter-Penis“ – er schrumpft um bis zu 50 Prozent

Die Kälte wirkt sich auf die männliche Anatomie aus. Das ist meist harmlos. Aber eben nicht immer. Was Sie über den „Winter-Penis“ wissen sollten.

Author - Michael Heun
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Wenn es kalt wird, leidet auch der Penis.
Wenn es kalt wird, leidet auch der Penis.HärtelPress/Imago

Es wird immer kälter draußen – und das wirkt sich auch auf den Körper aus. Britische Ärzte warnen Männer vor einem Phänomen, das viele betrifft, aber kaum einer offen anspricht: der sogenannte „Winter-Penis“. Dahinter steckt eine natürliche Reaktion des Körpers auf die sinkenden Temperaturen, die jedoch bei manchen Männern mindestens für Unbehagen sorgt.

Was ist der „Winter-Penis“?

Das männliche Genital zieht sich bei Kälte zusammen, und das nicht ohne Grund. Wie Dr. Donald Grant, britischer Mediziner bei „The Independent Pharmacy“ erklärt, geht es dabei um eine überlebenswichtige Priorisierung der Durchblutung. „Der Körper leitet das Blut in erster Linie zu den inneren Organen, um diese warm und funktionsfähig zu halten“, so Grant. Dabei werden weniger lebenswichtige Körperteile, wie Hände, Füße – und eben auch der Penis – schlechter durchblutet.

Das Resultat: Eine zeitweilige Größenreduzierung des Geschlechtsorgans. Und das nicht zu knapp: Der Penis kann laut Dr. Grant um bis zu 50 Prozent an Länge und bis zu 30 Prozent an Umfang verlieren. Auch die Hoden ziehen sich näher an den Körper, um die Wärme zu halten.

Was sind die Folgen?

Diese natürliche Reaktion kann auch Auswirkungen auf die männliche Sexualität haben. Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen und Flüssigkeiten werden aus dem Gewebe abtransportiert. Das kann nicht nur die Libido dämpfen, sondern auch die Fähigkeit, eine Erektion zu bekommen, vorübergehend einschränken. Männer, die ohnehin an Erektionsproblemen leiden – in Deutschland sind es schätzungsweise drei bis fünf Millionen – könnten im Winter besonders betroffen sein.

„Viele Männer erleben zusätzlichen Stress, wenn sie ihren Penis im Spiegel sehen und feststellen, wie klein er bei Kälte wird“, erklärt Dr. Grant. Dieser Stress kann eine selbsterfüllende Prophezeiung auslösen: Er hemmt die Libido und verstärkt die Problematik weiter.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Dr. Grant betont jedoch, dass niemand den „Winter-Penis“ einfach hinnehmen muss, wenn er länger anhält oder ungewöhnlich stark auftritt. Er empfiehlt, einen Arzt aufzusuchen, wenn sich die Form oder Durchblutung der Genitalien langfristig verändert. Denn der Penis gilt auch als „Antenne zum Herzen“. Störungen wie eine erektile Dysfunktion könnten Hinweise auf ernsthafte Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein.

Um sich vor der lästigen Schrumpf-Kälte zu schützen, empfehlen Experten geeignete Kleidung.
Um sich vor der lästigen Schrumpf-Kälte zu schützen, empfehlen Experten geeignete Kleidung.Panthermedia/Imago

So schützen Sie sich vor dem „Winter-Penis“

Für die meisten Männer ist der „Winter-Penis“ jedoch harmlos und verschwindet, sobald der Körper wieder aufgewärmt ist. Um sich vor der lästigen Schrumpf-Kälte zu schützen, empfehlen Experten geeignete Kleidung. Boxershorts aus Merino-Wolle oder lange Unterhosen aus Bio-Baumwolle können helfen, die Körpertemperatur zu halten.

Auch Bewegung an der frischen Luft oder warme Getränke tragen dazu bei, den Kreislauf in Schwung zu halten und die Durchblutung anzuregen.

Ein Tabu-Thema, das keines sein sollte

Der „Winter-Penis“ ist eine natürliche Reaktion des Körpers und kein Grund zur Sorge – solange keine gesundheitlichen Auffälligkeiten hinzukommen. Doch wie bei vielen Themen rund um die männliche Sexualität bleibt die Scham oft groß. Mediziner wie Dr. Grant möchten das Tabu brechen und Männer ermutigen, über ihre Erfahrungen zu sprechen – denn das Thema betrifft mehr, als man denkt.

In diesem Sinne: Warm anziehen und locker bleiben – der Frühling kommt bestimmt!