Erst tagelange Gluthitze – in Brandenburg wurde der Rekordwert von 41,7 Grad gemessen, in Berlin war es kaum weniger. Und nun sind wir am Morgen weit unter der 30er-Marke. Der Temperaturabfall lässt aufatmen. Doch unserem Körper verlangt dieser abrupte Wechsel einiges ab. Auch wenn die neuen Werte angenehmer wirken, der Organismus bleibt erst mal im Stressmodus.
Körper muss von Not-Betrieb wieder umschalten
Extreme Hitze zwingt den Organismus in in eine Art „Überlebensbetrieb“. Um die Körpertemperatur stabil zu halten, weiten sich die Blutgefäße, der Puls steigt, der Kreislauf arbeitet am Limit. Der Körper verliert bei Hitze schnell bis zu drei Liter Flüssigkeit pro Tag – allein durch Schwitzen.
Mit dem plötzlichen Abkühlen muss der Kreislauf sofort gegensteuern: Die Gefäße ziehen sich zusammen, der Blutdruck schnellt nach oben. Viele Menschen spüren das als Schwindel, Müdigkeit oder Kopfdruck.
Auch die Atmung reagiert. Bei Hitze atmen wir schneller, um Wärme abzugeben. Fällt die Temperatur abrupt, muss sich die Atemfrequenz neu einpendeln. Das kann kurzfristig zu einem Gefühl von Enge oder flacher Atmung führen – besonders bei Menschen mit Asthma oder COPD
Schwindel, Kopfschmerz und schneller erkältet
Auch das Immunsystem ist gefordert. Studien zeigen, dass starke Hitze die Schleimhäute austrocknet und die Abwehr schwächt. Wenn die Temperaturen dann rasch fallen, steigt das Risiko für Infekte, weil der Körper sich neu regulieren muss.
Besonders empfindlich reagieren Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Der Wechsel zwischen Gefäßweitung und -verengung kann Herzrhythmusstörungen begünstigen.
Wetterwechsel macht auch der Seele zu schaffen
Psychisch bleibt der Wechsel ebenfalls nicht folgenlos. Der Körper gewöhnt sich innerhalb weniger Tage an Hitze. Fällt die Temperatur plötzlich, entsteht ein sogenannter „thermischer Anpassungsstress“. Das kann Antriebslosigkeit, Gereiztheit oder Konzentrationsprobleme auslösen


