Die Berliner Straßenbäume müssen einiges aushalten: Hitze im Sommer, Streusalz im Winter, Stress mit Baustellen und ziemlich viele pinkelnde Hunde. Kein Wunder, dass laut Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nur etwa ein Drittel der Stadtbäume so alt wird, wie es möglich wäre. Um die grünen Riesen zu Überlebenskünstlern zu machen, können auch wir Berliner etwas tun – und gleichzeitig unseren Kiez verschönern.
Wasser marsch bei Sommer-Hitze!
Wer einem Straßenbaum helfen will, fängt am besten beim Gießen an. Ein ausgewachsener Baum braucht in Hitzeperioden rund 100 Liter Wasser pro Woche – das sind acht bis zehn Eimer. Am besten früh morgens oder spät abends gießen, damit das Wasser nicht sofort verdunstet.
Guter Trick: Erst die Erde leicht anfeuchten, dann den Rest nachgießen. So kann der Boden das Wasser besser aufnehmen. Außerdem lohnt es sich, die Erde rund um den Stamm leicht ringförmig aufzuhäufen. Dadurch bleibt das Wasser dort, wo es gebraucht wird, statt auf den Gehweg zu laufen.

In einigen Berliner Bezirken kann man Bewässerungssäcke ausleihen. Sie werden um den Stamm gelegt und geben das Wasser langsam ab. Der BUND weist jedoch darauf hin, dass diese Säcke nur für junge Bäume geeignet sind – in den ersten zwei Jahren nach der Pflanzung. Bei älteren Bäumen dringt das Wasser nicht tief genug ein.

Baumscheiben zu bepfanzen ist hübsch und sinnvoll
Wer noch mehr tun möchte, kann die Baumscheibe bepflanzen. Das sieht nicht nur hübsch aus, sondern hilft dem Baum tatsächlich. Die Wurzeln der Pflanzen lockern den Boden, sorgen für bessere Durchlüftung und schützen die Erde vor dem Austrocknen.
Doch Achtung! Nicht jeder Baum verträgt es, wenn man in Wurzelnähe gräbt. Und nicht jeder Bezirk erlaubt spontane Bepflanzungsaktionen. Deshalb sollte man vorher beim zuständigen Grünflächenamt nachfragen, welche Baumscheiben geeignet sind.
Ist die Baumscheiben-Bepflanzung grundsätzlich okay, kann's losgehen: Zuerst wird die Erde vorsichtig etwa zehn Zentimeter tief gelockert – mit mindestens 30 Zentimetern Abstand zum Stamm. Eine dünne Schicht Kompost kann zudem hilfreich sein, aber zu viel Erde schadet eher und kann Fäulnis verursachen. Wichtig ist zudem, dass das Beet etwas tiefer liegt als der Gehweg, damit Regenwasser nicht abfließt.

Welche Blumen und Pflanzen für die Baumscheibe?
Für die Bepflanzung eignen sich robuste, insektenfreundliche Arten mit flachen Wurzeln: Margeriten, Wilder Majoran, Wiesenstorchschnabel, Ringelblumen, Färber-Kamille oder Schafgarbe. Bei Wildblumenmischungen empfiehlt der BUND regionales Saatgut.
Und noch ein wichtiger Hinweis: Die Pflanzen sollten nicht höher als 50 Zentimeter werden, damit Kinder und andere Verkehrsteilnehmer freie Sicht behalten. Nicht erlaubt sind auch Kletterpflanzen wie Efeu.
