Schlag gegen Besatzer

Explosionen in Sewastopol: Ukraine greift Krim erneut an

Die Ukraine soll am Sonntagabend erneut die Hafenstadt Sewastopol auf der Krim angegriffen haben. Augenzeugen berichten von lauten Explosionen.

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Die Angriffe am Abend sollen erneut militärische Einrichtungen in der Hafenstadt Sewastopol getroffen haben. Hier ist der Hafen der Stadt nach einem früheren ukrainischen Angriff am 13. September zu sehen.
Die Angriffe am Abend sollen erneut militärische Einrichtungen in der Hafenstadt Sewastopol getroffen haben. Hier ist der Hafen der Stadt nach einem früheren ukrainischen Angriff am 13. September zu sehen.TASS/Imago

Schon wieder laute Explosionen in und um die Hafenstadt Sewastopol auf der Krim! Laut Berichten sowohl ukrainischer wie russischer Medien greif die Ukraine erneut die Hafenstadt auf der Schwarzmeer-Halbinsel an. 

Laut mehreren Berichten soll es in der Nähe des Kaps Fiolent am südlichen Ende von Sewastopols zu den Explosionen gekommen sein. Laut lokalen Berichten soll sich in dem Bereich möglicherweise eine Radar- und Funkanlage der russischen Flugverteidigung für die 2014 von Russland besetzte ukrainische Halbinsel befinden. Auch die Krimbrücke wurde erneut für den Verkehr abgeriegelt.

Militärgeheimdienst und Marine der Ukraine greifen Russen-Militär auf Krim an

Auch prorussische Kanäle bestätigen laute Explosionen gegen 20.15 Uhr (Ortszeit). Augenzeugen berichten, dass Krankenwägen mit Sirenen in Richtung des Kaps gerast seien. Eine Quelle in den Geheimdiensten der Ukraine soll der Nachrichtenseite Ukrajinska Prawda derweil bestätigt haben, dass es sich um einen koordinierten Angriff des Militärgeheimdienstes HUR und der ukrainischen Marine handeln soll. Die Operation verlaufe nach Plan, hieß es weiter.

Das russische Verteidigungsministerium hingegen teilte dazu am Sonntag lediglich mit: „Über dem Südwestteil der Halbinsel Krim wurden zwei ukrainische Drohnen von der Flugabwehr vernichtet“. Mehrere Telegram-Kanäle veröffentlichten derweil Fotos, die einen Feuerschein über der Stadt zeigen. Anwohner berichteten von starkem Brandgeruch. Gegen 21.25 Uhr soll es erneute Explosionen gegeben haben. 

Besatzungs-Gouverneur der Russen: Brandgeruch nur „Nebelwand“

Nach Angaben des von Moskau eingesetzten Gouverneurs von Sewastopol, Michail Raswoschajew, wurden keine Infrastrukturobjekte getroffen. Die Hafenstadt ist auch die Basis der russischen Schwarzmeerflotte. Den Brandgeruch erklärte Raswoschajew mit einer Nebelwand, die die Marine zum Sichtschutz gegen die Drohnen eingesetzt habe. „Ja der Geruch ist unangenehm, aber völlig ungefährlich“, schrieb er auf Telegram. Eine Sprecherin der ukrainischen Territorialverteidgung nannte die Behauptung des Nebelschilds derweil eine „geisterkranke Ausrede, sogar für sie“. 

In den vergangenen Tagen hatte die Ukraine mehrfach Ziele auf der Krim mit Drohnen und Marschflugkörpern attackiert. Dabei wurden unter anderem eine Werft und zwei Kriegsschiffe beschädigt, einen Tag später soll Angaben aus Kyjiw zufolge auch eine moderne Flugabwehreinheit vom Typ S-400 vernichtet worden sein. Russland hat den Verlust der S-400 bislang nicht bestätigt. Die Ukraine wehrt sich seit gut anderthalb Jahren gegen einen russischen Angriffskrieg.