Uni Chemnitz greift durch

Thüringens Ministerpräsident Voigt ist seinen Doktortitel los

Jetzt will der CDU-Politiker die Uni verklagen.

Author - Kay Schöphörster
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Mario Voigt (CDU), Ministerpräsident von Thüringen
Mario Voigt (CDU), Ministerpräsident von ThüringenMartin Schutt/dpa

Paukenschlag in der Affäre um die Promotion des thüringischen Landesvaters. Der Regierungschef Mario Voigt (48, CDU) soll nicht mehr Doktor sein dürfen.

Nach Angaben der Staatskanzlei in Erfurt wird er seinen Doktortitel verlieren. Dies habe die Technische Universität Chemnitz Voigts Anwaltskanzlei am Mittwoch mitgeteilt, sagte eine Regierungssprecherin.

Voigt kündigte gegen die Entscheidung der Philosophischen Fakultät Klage vor dem Verwaltungsgericht an. Die von der Fakultät beanstandeten Stellen bezögen sich auf 2,58 Prozent der Wörter seiner Arbeit, erklärte Voigt dazu. „Der wissenschaftliche Kern meiner Arbeit ist von den Vorwürfen nicht betroffen.“ Die TU Chemnitz äußerte sich bislang nicht dazu.

Vorwürfe im Thüringer Wahlkampf

Voigt promovierte im Jahr 2008 mit der - größtenteils in den USA erstellten - Doktorarbeit „Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf. George W. Bush gegen John F. Kerry“.  Vorwürfe, dass Voigt in seiner Doktorarbeit unsauber gearbeitet haben soll, kamen in der Zeit des Wahlkampfs vor der Landtagswahl 2024 auf.

Laut der Anwälte von Voigt beziehen sich die Vorwürfe zu der Dissertation darauf, dass Voigt von ihm zitierte Quellen nicht im Original ausgewertet, sondern blind aus Sekundärliteratur übernommen haben soll. „Bemerkenswert ist dabei, dass die Vorwürfe überwiegend keine angeblich ungekennzeichneten Übernahmen (Plagiate) betreffen“, hieß es in der Mitteilung. Die Vorwürfe hätten vollständig widerlegt werden können. Es habe nachgewiesen werden können, dass Voigt seine Arbeit vollständig selbst verfasst habe, so seine Anwälte.

Voigt reagierte in einer Mitteilung mit Unverständnis zur Entscheidung der Universität. „Der von der Universität eigens eingeschaltete unabhängige Sachverständige hat eindeutig bestätigt, dass meine Dissertation den wissenschaftlichen Anforderungen entspricht. Warum die Universität ihrem eigenen Gutachten nicht folgt, ist für mich nicht nachvollziehbar“, teilte der 48-Jährige mit.