Botschafter einbestellt

Spionage-Affäre: Russen-Diplomat wird ausgewiesen

Er soll der Führungsoffizier einer Russen-Agentin gewesen sein.

Author - Kay Schöphörster
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Der russische Botschafter wurde ins Auswärtige Amt zitiert worden.
Der russische Botschafter wurde ins Auswärtige Amt zitiert worden.Katharina Kausche/dpa

Die deutsche Regierung reagiert mit deutlichen diplomatischen Schritten auf einen mutmaßlichen Spionagefall. Nachdem die Deutsch-Ukrainerin Ilona W. am Mittwoch  festgenommen wurde, weil sie für den russischen Geheimdienst tätig gewesen sein soll, greift die Bundesregierung durch.

Nach der Festnahme der mutmaßlichen Spionin im Dienste Russlands hatte die Bundesregierung den russischen Botschafter einbestellt. Dem Botschafter sei mitgeteilt worden, dass ein in dem Fall ebenfalls Verdächtiger ausgewiesen worden sei, der „im Auftrag von Russland spioniert hat“, teilte das Auswärtige Amt am Donnerstag mit. Die Deutsch-Ukrainerin Ilona W. war am Mittwoch festgenommen worden.

Im Zentrum der Ermittlungen steht ihr mutmaßlicher Führungsoffizier: ein als Diplomat akkreditierter Mitarbeiter der russischen Botschaft, der die Spionagetätigkeit gesteuert haben soll. Er muss Deutschland verlassen.

Diplomat als Führungsoffizier tätig?

Bei dem Ausgewiesenen soll es sich um den stellvertretenden Militärattaché der Botschaft. handeln. Aus dem Auswärtigen Amt verlautete: „Spionage in Deutschland toleriert die Bundesregierung nicht - erst recht nicht unter dem Deckmantel des Diplomatenstatus“.

Der festgenommenen mutmaßlichen Spionin Ilona W. wird laut Bundesanwaltschaft vorgeworfen, für einen Geheimdienst einer fremden Macht tätig gewesen zu sein. Sie sitzt in Untersuchungshaft.

W. soll spätestens seit November 2023 geheimdienstliche Kontakte in die russische Botschaft in Berlin unterhalten haben. Zwei frühere Mitarbeiter der Bundeswehr stehen im Verdacht, ihr dienstliche Informationen gegeben zu haben.