Immer wieder kleben sich Demonstranten auf Berlins Straßen fest, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. (Archivbild)
Immer wieder kleben sich Demonstranten auf Berlins Straßen fest, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. (Archivbild) dpa/Paul Zinken

Wir haben es immer gewusst, aber wir wollten es nicht wahr haben. Erst waren die Entwicklungen in Deutschland, anders als in anderen Teilen der Welt, kaum bemerkbar, dann kamen sie schleichend, doch inzwischen sind sie nicht mehr wegzudiskutieren. Während die Folgen der Klimakrise immer heftiger werden, reift in uns der Gedanke, dass das alles erst der Anfang ist – und es bleibt die Frage: Wann lernen wir daraus?

Klimakrise heißt auch: Hochwasser, Waldbrände, Hitze

Wir hatten im vergangenen Jahr die Flut im Ahrtal, die mehr als 130 Menschen das Leben kostete und vielen weiteren alles nahm, was sie sich aufgebaut hatten. In diesem Jahr wurden die Brandenburger Orte Beelitz und Treuenbrietzen von Waldbränden bedroht und die aktuelle Hitzewelle nagt nicht nur an unserem Nervenkostüm, sondern belastet auch unsere Gesundheit.

Rot erleuchtet ist der Nachthimmel durch das Feuer eines Waldbrands in der Nähe der brandenburgischen Kleinstadt Treuenbrietzen. Foto: Christian Guttmann/dpa
Rot erleuchtet ist der Nachthimmel durch das Feuer eines Waldbrands in der Nähe der brandenburgischen Kleinstadt Treuenbrietzen. Foto: Christian Guttmann/dpa dpa

Und obwohl die Ursache für die immer häufiger werdenden Extremwetterlagen wie Dürre, Hitze, und das durch Starkregen verursachte Hochwasser im vergangenen Jahr bekannt ist, wird zu wenig gegen die Klimakrise unternommen. Im Gegenteil, diejenigen, die sich gegen die Krise stemmen werden belächelt, angefeindet, nicht ernst genommen.

Klimakrise: Kein Kampf sondern „Augen zu und durch“

Stattdessen herrscht eine „Augen zu und durch“-Stimmung in Regierung und Opposition. Es ist radikales Wegschauen, wenn jetzt noch Geld in den Ausbau der Gasinfrastruktur gesteckt wird, wenn jedes Jahr Milliarden an Steuergeldern als Subventionen in klimaschädliche Bereiche wie die Braunkohle, Kerosin oder die private Nutzung von Dienstwagen fließen. Und es ist radikale Gleichgültigkeit, wenn man um die klimaschädlichen Begleiterscheinungen von tierischen Produkten weiß, pflanzliche Ersatzprodukte aber dennoch höher besteuert.

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Nach dem Ahrtal, nach den Waldbränden, nach den Hitzewellen müsste längst ein Ruck durch die Politik gehen, doch der blieb aus. Und nun? Eigentlich müssten wir uns alle auf die Straße kleben, bis die Klimakrise und ihre Folgen endlich bekämpft werden. Denn hoffen, dass einfach alles wieder gut wird, ist keine Politik.