Die Diskussion über die Corona-Notbremse lähmt das Land.  Foto: Imago/foto2press

„Stoppt den Irrsinn!“ So schallt es in einer Koalition aus Querdenkern, Rechtsradikalen, AfD, FDP und Bild-Zeitung gerade durchs Land. Ziel der Verbal-Attacken sind die mit der bundesweiten Corona-Notbremse verbundenen Ausgangsbeschränkungen. „Unzumutbar“ nennen das die einen. Eben „Irrsinn“ krakeelen die anderen.

Aber worum geht es eigentlich? Wir sollen für wenige Wochen zwischen 21 Uhr und 5 Uhr morgens zu Hause bleiben. Das Gesetz sieht dabei diverse Ausnahmen vor. Natürlich bleibt der Spaziergang und das Gassigehen mit dem Hund erlaubt. Kontakte sollen reduziert werden. Darum geht es.

Seriöse Studien und Erfahrungen im Ausland haben bewiesen, dass die Ausgangssperren wirken. Um 10 bis 20 Prozent sind die Infektionen andernorts zurückgegangen. 10 bis 20 Prozent weniger Menschen auf den Intensivstationen. 10 bis 20 Prozent weniger Tote. Ist das Irrsinn?

Wie soll die dritte Welle gestoppt werden?

Was der Protest-Chor verschweigt, sind die Alternativen. Wie soll die dritte Welle gestoppt werden? Alle Experten sind sich einig, dass es naiv bis dumm ist, zu glauben, man könnte den steilen Anstieg der Zahlen „wegtesten“. Also muss eine Reduzierung der Kontakte her.

Und wenn wir über Irrsinn reden: Der Begriff passt, wenn es darum geht, dass wir seit mindestens zwei Monaten die eindringlichen Warnungen von Virologen und Intensivmedizinern ignorieren. Irrsinn ist, wenn wir lieber formal-theoretische Diskussionen führen, statt endlich zu handeln. Irrsinn ist, wenn wir nur zusehen, wie Menschen sterben.  

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Viele Kritiker argumentieren mit juristischen Bedenken: Vergessen wir bitte nicht, dass das Recht auf körperliche Unversehrtheit, das Recht auf den Schutz des Lebens nicht ignoriert werden darf. Denn wer das tut, verhält sich wirklich irrsinnig!

Nach aktuellen Umfragen fordert eine große Mehrheit der Deutschen eine Verschärfung der Corona-Schutzmaßnahmen. Tut es endlich!