Diese leider sehr reale Geschichte aus Großbritannien bewegt. Ein zuletzt gut bezahlter Brite ist wegen einer Kündigung finanziell komplett abgeschmiert. Ohne seine Familie wäre er völlig aufgeschmissen.
Von 64.000 Euro im Jahr auf Grundsicherung abgestürzt
Es ist ein Absturz, wie er härter kaum sein könnte: Noch vor kurzem gehörte der Brite Alex Tuck zu denen, die mit ihrem Gehalt weit oben standen – rund 55.000 Pfund im Jahr, umgerechnet etwa 64.000 Euro. Ein bestens bezahlter Job als Kommunikationschef, ein Einkommen oberhalb des britischen Durchschnitts, dazu der Spitzensteuersatz.
Ein Leben, das finanziell sicher schien. Doch all das änderte sich schlagartig, als völlig unerwartet die Kündigung kam. Gegenüber dem britischen The Telegraph beschreibt Tuck heute, wie schnell aus einem geordneten Alltag ein wirtschaftlicher Überlebenskampf wurde. Zwar erhielt er drei Monatsgehälter als Abfindung, doch ohne Rücklagen war dieses Polster rasch aufgezehrt – zu schnell, wie er sagt.

Vier Monate nach seiner Kündigung stand Tuck vor einer Realität, die er so niemals erwartet hätte: Er beantragte Universal Credit, die britische Grundsicherung. Von ehemals komfortablen Jahren bleibt ihm heute nur ein Betrag, der für die meisten kaum vorstellbar ist.
389 Euro im Monat – ein Leben am Limit
Seit der Bewilligung des Antrags erhält Alex Tuck rund 340 Pfund monatlich, umgerechnet etwa 389 Euro. Eine Summe, die für viele in Großbritannien nicht einmal die Stromrechnung deckt. Doch bei Tuck laufen Miete, Unterhaltszahlungen und weitere Fixkosten weiter, als habe sich in seinem Leben nichts verändert. Die psychische Belastung beschreibt er als enorm. Die Umstellung vom gut bezahlten Job auf staatliche Hilfe hat Spuren hinterlassen.
Besonders kritisch sieht Tuck die sogenannte Taper Rate. „Von jedem zusätzlich verdienten Pfund werden 55 Pence von der Unterstützung abgezogen“, erklärt er dem Telegraph. Das System sei aus seiner Sicht „nicht auf erfahrene Fachkräfte zugeschnitten“. Für ihn bedeutet das: Jeder Versuch, wieder Fuß zu fassen, wird direkt bestraft, weil er große Teile des Zuverdienstes sofort wieder verliert. Ohne die Unterstützung seiner Partnerin und seiner Eltern, sagt er offen, würde er es derzeit kaum schaffen.
Doch der 40-Jährige gibt nicht auf. Perspektivisch will er sich als selbstständiger Kommunikationsberater neu aufstellen – unabhängiger vom klassischen Arbeitsmarkt, flexibler, weniger abhängig von einem einzelnen Arbeitgeber. Seine Geschichte zeigt jedoch, wie schnell finanzielle Stabilität kippen kann. Ein solches Schicksal könne im Prinzip jeden treffen, betont er.
Ein Blick nach Deutschland
Dass der Arbeitsmarkt vielerorts schwieriger geworden ist, belegen auch aktuelle Zahlen aus Deutschland. Im Januar 2026 waren hierzulande rund 3,1 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. So viele wie seit 2014 nicht mehr.



