Erst am Montag verkündeten die Macher der ProSieben-Show „The Masked Singer“ den großen Umbau der Sendung. Noch mehr Promis sollten in der neuen Staffel im Herbst antreten, zwei Demaskierungen pro Folge soll es geben – und die Show wird nicht mehr live sein, sondern komplett aufgezeichnet. In Zukunft gibt es „Masked Singer“ also nach amerikanischem Vorbild. Was dabei beinahe vergessen wird: Auch auf die Kostüme hat die Umstrukturierung massive Auswirkungen. Denn die bisherige Kostümbildnerin Alexandra Brandner, die für ihre Arbeit sogar den Fernsehpreis bekam, ist nicht mehr dabei – und übt nun Kritik am Sender.
Brandner produzierte Kostüme für „Masked Singer“
Seit der ersten Staffel von „Masked Singer“ hat sie mit ihrem Team die Kostüme für die Masken-Show produziert – sie wurden im Laufe der Show immer mehr zu „tragbaren Bühnenbildern“. Gewandmeisterin Alexandra Brandner trug mit ihrer Arbeit maßgeblich zum Erfolg von „The Masked Singer“ bei. Doch nun ist Schluss: Ihre Fans schockte die Star-Schneiderin auf Instagram mit der Info, man habe sie aus der Sendung „entsorgt“ – und zwar „wie einen alten Putzlappen“, sagte sie in einem Video-Statement.
Es mache sie sehr nachdenklich, wie in unserer Gesellschaft miteinander umgegangen werde. „Es ist sehr traurig, dass man mit einem Menschen, der sich da voll eingesetzt hat und der eigentlich maßgeblich am Erfolg auch beteiligt war und immer versucht hat, wirklich das Schönste optisch für den Zuschauer rauszuholen, so umgeht.“ Sie kritisiert, dass dem Sender und der Produktionsfirma der Mut gefehlt habe, den Telefonhörer in die Hand zu nehmen und mit ihr darüber zu sprechen.

Der Verdacht liegt nahe, dass die Entscheidung etwas mit den Finanzen zu tun hat – denn zukünftig sollen nicht mehr neun oder zehn Promis bei „The Masked Singer“ auf der Bühne stehen, sondern 16. Noch dazu sollen in jeder Folge vier antreten, zwei davon gleich wieder fliegen.
Ein Kostüm, das so teuer ist wie ein Kleinwagen, kann da nicht mehr finanziert werden. Brandner ist trotzdem enttäuscht. „Man hätte mit uns darüber sprechen können, wie man das günstiger machen könnte. Das machen wir schließlich auch in anderen Ländern so“, sagte sie gegenüber dem Portal „fernsehserien.de“.
Alexandra Brandner: Niemand hat sich gemeldet
Woran es genau liegt, dass sie nicht mehr für „Masked Singer“ schneidern darf, darüber kann auch sie nur spekulieren. Brandner betont im Interview, dass die Entscheidung schon vor Monaten getroffen worden sein muss – denn die Show und die Anfertigung der Masken für die Stars seien mit langfristiger Planung verbunden.
Und die neue Staffel von „Masked Singer“ soll bereits im Herbst im TV zu sehen sein. „Aber mit uns hat niemand gesprochen.“ Sie ist auch an die Öffentlichkeit gegangen, weil sie nicht wolle, dass ihr guter Name mit der Qualität der neuen Kostüme in Verbindung gebracht wird.

Wer für die zukünftigen Staffeln von „Masked Singer“ die Kostüme anfertigen wird, bleibt zunächst unklar. Gegenüber „fernsehserien.de“ teilte der Sender nur mit, die Produktionsfirma arbeite wie schon in der Vergangenheit mit wechselnden Kreativ-Teams und Werkstätten zusammen. Schon in der vergangenen Staffel kamen nicht mehr alle Kostüme von Brandner. Das fiel auch den Fans auf.
Fans wollen „Masked Singer“ nicht mehr gucken
„Man hat in der letzten Staffel ganz genau gesehen, welche Kostüme von dir waren und welche schon billiger hergestellt wurden“, schreibt ein Zuschauer auf der Instagram-Seite von Brandner. Ein anderer: „Sehr traurig. Das ist definitiv ein entscheidender Grund, die Sendung nicht mehr anzuschauen. Vor allem, weil genau dieses Handwerk die Sendung so ausgemacht hat.“ Deutet sich jetzt also ein Boykott von „Masked Singer“ an und laufen die Fans davon? Das wird sich im Herbst bei der neuen Staffel der Show zeigen.


