„Seid ihr irre?“

„Weißes Gold“: Ein Preisschild für Spargel sorgt für Aufruhr im Netz

Ein Verkaufsschild auf einem Markt in Freiburg lässt die Facebook-Gemeinde schäumen vor Wut.

Author - Stefan Doerr
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Der erste Spargel ist besonders teuer, doch wo ist die Grenze?
Der erste Spargel ist besonders teuer, doch wo ist die Grenze?Daniel Karmann/dpa

Vor wenigen Tagen fiel in Brandenburg der Startschuss für die Spargel-Saison. Kaum ein Gemüse wird jedes Frühjahr so heiß herbeigesehnt. Hohe Preise zum Saisonstart sind der einzige bittere Beigeschmack. Doch ein Angebot aus Freiburg gibt dem Begriff „weißes Gold“ für das Edelgemüse eine umstrittene, neue Bedeutung.

Preisschild sorgt für Aufruhr im Netz

Die Freiburg-Nachrichten veröffentlichten auf Facebook ein Video, das ein Marktschild zeigt, offenbar vom Münsterplatz. Darauf prangt ein Preis, der viele Nutzer fassungslos macht: 29 Euro pro Kilo Spargel. zeigt es ein Marktschild – offenbar vom Freiburger Münsterplatz –, auf dem ein Kilopreis von stolzen 29 Euro für Spargel zu lesen ist. Ob die Aufnahme tatsächlich echt ist, bleibt unklar.

Die Redaktion ordnet den Preis dennoch ein: Spargelstechen sei harte körperliche Arbeit, der Mindestlohn für Erntehelfer gerechtfertigt. Und zu Beginn der Saison sei Spargel traditionell teurer.

Wut und Verständnis unter Facebook-Nutzern

Doch diese Argumente können die Gemüter im Netz kaum beruhigen. „Seid ihr irre? Das sind 10 Liter Diesel“, schreibt ein Mann sauer in der Kommentarspalte in Anspielung auf die hohen Spritpreise. Ein anderer Nutzer findet noch deutlichere Worte: „Also 29 Euro ist so krank, den könnt ihr selber essen oder unterpflügen.“ Eine Frau bringt ihre Kaufentscheidung knapp auf den Punkt: „Gar nicht, für 30 Euro kauf ich keinen Spargel, viel zu teuer, ihr spinnt doch, plus extra Verpackungssteuer für die Tüte dazu.“ Ein anderer Nutzer rät: „Liegen lassen, so einfach ist das“

Doch nicht alle reagieren mit blanker Wut. Einige Nutzer zeigen Verständnis für die Hintergründe. „Ich verstehe die Arbeit und wahrscheinlich auch enorme Kosten der geeigneten Anbaumöglichkeit – aber ich bin raus. Der wird wahrscheinlich trotzdem seine Abnehmer haben“, kommentiert eine Frau. Eine andere macht klar: „Die 15 Euro Mindestlohn muss ja irgendjemand bezahlen! Also nicht meckern!“

Tatsächlich hatten Spargelbauern bereits im vergangenen Jahr vor steigenden Kosten wegen des höheren Mindestlohns gewarnt. Doch müssen es gleich 29 Euro pro Kilo sein? Die Spargelbauern in Brandenburg verkaufen jetzt ab Ende März die ersten Stangen.

Zu Ostern in der ersten Aprilwoche soll das Kilo Spargel für Preise zwischen 12 und 15 Euro zu haben sein. Danach schätzen Bauern, dass der Preis sinken wird und das Edelgemüse in der Hauptsaison ab 8 Euro auch im Handel zu bekommen sei.

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