Ganz Deutschland hat wochenlang mitgefiebert. Leider hat Buckelwal Timmy, auch Hope genannt, es am Ende nicht geschafft. Der Meeresgigant ist verendet, liegt jetzt – schon ziemlich aufgebläht – vor der dänischen Insel Anholt. Warum musste der Meeressäuger sterben? Eine Obduktion soll Antworten liefern. Welche Details man sich von der Untersuchung des Leichnams erhofft, verrät ein Meeresbiologe.
Obduktion soll Todesursache klären
Fabian Ritter sagt dem NDR, warum Timmys anstehende Obduktion so wichtig ist: „In erster Linie geht es darum, zu gucken, ob da noch Netzreste im Körper sind – im Schlund, im Maul, im Magen.“ Es geht also auch um die Schuldfrage: Ist der Meeresriese wegen der Menschen gestorben?
Weiter erklärt Ritter: „Der Parasitenbefall kann untersucht werden und innere Verletzungen, die durch das eigene Gewicht des Wals zustande kamen, Knochenbrüche.“

Laut dem Meeresbiologen wird man auch nach „Verletzungen suchen, die möglicherweise im Zuge der Rettungsaktion zustandekamen“. Und dann sind auch einige entscheidende Faktoren miteinzurechnen: „Welche Chance zu überleben hat der Wal gehabt?“
Hätten wir Timmy in Ruhe lassen sollen?
„Das sind natürlich ganz wesentliche Fragen, die auf die Sinnhaftigkeit der vermeintlichen Rettungsaktion abzielen – und sehr wichtig sind, um das einschätzen zu können“, erklärt Ritter abschließend.
Der Meeresbiologe nennt das Eingreifen der Menschen knallhart eine „vermeintliche Rettungsaktion“. Hätte man den armen Buckelwal einfach in Ruhe lassen sollen? Waren wirklich wir Menschen schuld an seinem Tod? Die Antworten auf diese Fragen stehen noch aus – und könnten durchaus erschütternd werden für alle Fans von Timmy.



