Schock und Entsetzen in Witten: Am Samstagvormittag eskalierte ein Familienstreit in einem Mehrfamilienhaus – mit tödlichen Folgen. Ein Vater soll seine Frau und zwei Kinder mit einem Messer attackiert haben. Für einen der beiden Geschwister kam jede Hilfe zu spät.
Junge verstirbt noch am Tatort
Gegen 10.29 Uhr ging der erste Notruf ein. Nachbarn hatten Schreie im Wohnhaus der Familie in Witten nahe Bochum (Nordrhein-Westfalen) gehört, dann verlagerte sich der Streit auf die Straße. Als die Rettungskräfte eintrafen, bot sich ihnen ein Bild des Schreckens: Ein 13-jähriger Junge war durch Messerstiche so schwer verletzt, dass er trotz Reanimationsversuchen noch am Tatort starb.
Seine neunjährige Schwester und die Mutter (38) wurden lebensgefährlich verletzt. Sie wurden vor Ort von Notärzten und Rettungskräften versorgt und in ein Krankenhaus gebracht.

Vater nahe des Tatorts gefasst
Der mutmaßliche Täter ist kein Unbekannter, sondern der 40-jährige Vater der Kinder. Er flüchtete zunächst, wurde aber nur rund 100 Meter vom Haus entfernt festgenommen. Ein Zeuge schilderte die Szene so: „Seine Hände waren blutverschmiert. Er lag, von zwei Polizisten bewacht, gefesselt auf dem Boden.“ Die Polizei stellte ein Messer sicher.
Rund 20 Anwohner, die die Attacke teilweise mit ansehen mussten, werden von Notfallseelsorgern betreut. Das Wohnhaus wurde weiträumig abgesperrt, ein Rettungshubschrauber war im Einsatz. Die Mordkommission ermittelt. Worum es in dem familiären Streit ging und warum er auf so furchtbare Art eskalierte, ist bislang völlig unklar. Bei dem 40-jährigen Vater sind keine psychischen Probleme bekannt, er habe laut Polizei die deutsche Nationalität.
Die Ermittler sind weiterhin im Einsatz und sichern Spuren. Der Bereich vor dem Wohnhaus sei großflächig gesperrt worden, sagte ein Polizeisprecher. Für die Polizei beginnt nun die mühsame Rekonstruktion eines Familiendramas, das sich innerhalb weniger Minuten in eine tödliche Gewalttat verwandelt hat.


