Harte Ansage

Urlaubsort greift durch: Wer im Bikini durch die Stadt läuft, muss zahlen

Touristen müssen sich auf neue Regeln einstellen. Ein beliebter Ort in Italien verbietet Badebekleidung in der Innenstadt und geht gegen Reisegruppen vor.

Author - Sebastian Karkos
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Besucher und Tourguides müssen in Varenna einige Regeln beachten, sonst wird es teuer.
Besucher und Tourguides müssen in Varenna einige Regeln beachten, sonst wird es teuer.Copilot/Mit KI generiert

Der Comer See im Norden von Italien gehört zu den schönsten Gewässern Europas. Eingebettet zwischen Bergen bietet er eine einzigartige Mischung aus Natur, Kultur und italienischem Lebensgefühl. Und das nur rund eine Stunde von Mailand entfernt. Aber nun müssen Urlauber aufpassen.  

Comer See: Urlaubsort geht gegen Touristenlärm und Fehlverhalten vor

Beliebte Touristenorte sind oft überlaufen. Das gilt auch für Varenna, Bellagio oder Menaggio am Comer See. Dort verhalten sich Besucher nicht immer vorbildlich, was bei vielen Anwohnern für Unmut sorgt. Jetzt greift die Stadt Varenna laut comozero.it durch, um „das Ansehen der Perle des Comer Sees zu wahren“, wie es heißt.

Maßnahme 1: Im gesamten Ort ist es nun verboten, mit nacktem Oberkörper oder in Badekleidung, etwa im Bikini, unterwegs zu sein. Ausnahmen gelten an Stränden, Stegen und Anlegestellen. Wer jedoch in der Innenstadt entsprechend gekleidet angetroffen wird, muss mit einem Bußgeld zwischen 50 und 200 Euro rechnen.

Offiziell leben in Varenna weniger als 1000 Menschen. Angesichts der Touristenmassen wirkt der Ort jedoch deutlich größer.
Offiziell leben in Varenna weniger als 1000 Menschen. Angesichts der Touristenmassen wirkt der Ort jedoch deutlich größer.Silvia Redondo/IMAGO

Maßnahme 2: Organisierte Reisegruppen dürfen künftig nur noch aus maximal 25 Personen bestehen. Reiseleitern ist es zudem strengstens untersagt, Lautsprecher zu benutzen, um die Lärmbelastung für die Anwohner zu reduzieren. Darüber hinaus müssen sich Gruppen auf Gehwegen so bewegen, dass andere Passanten nicht behindert werden. An fünf besonders sensiblen Orten dürfen sich Reisegruppen künftig gar nicht mehr aufhalten.

Es drohen Bußgelder zwischen 100 und 400 Euro

Bei Verstößen drohen Bußgelder zwischen 100 und 400 Euro. Reiseleiter müssen darüber hinaus mit einem Tätigkeitsverbot auf dem Gebiet der Gemeinde Varenna rechnen. Dieses kann für einen Zeitraum von drei bis zwölf Monaten ausgesprochen werden.

Die Gegend rund um den Comer See ist bekannt für ihre Küche mit frischem Fisch, hausgemachter Pasta und regionalen Weinen.
Die Gegend rund um den Comer See ist bekannt für ihre Küche mit frischem Fisch, hausgemachter Pasta und regionalen Weinen.Mockford & Bonetti/IMAGO

Bürgermeister Mauro Manzoni erklärt: „Die Begrenzung der Gruppengröße und das Verbot von Lautsprechern helfen dabei, die Ruhe und Stille zu bewahren, die Varenna so besonders machen.“

Manzoni ergänzt: „Varenna ist ein wunderbarer Ort, und wir sind stolz darauf, jedes Jahr Hunderttausende Besucher aus aller Welt willkommen zu heißen. Die Lebensqualität unserer Einwohner darf jedoch nicht dem Massentourismus geopfert werden.“

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Halten Sie die Maßnahmen der Stadt Varenna für übertrieben oder für gerechtfertigt? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com