Neue Vorwürfe

Ulmens Anwälte werfen Collien Fernandes Handgreiflichkeit vor und wehren sich

Wendepunkt im Fall Collien Fernandes: Christian Ulmens Verteidiger sprechen von beidseitigen Eskalationen und weisen die Vorwürfe zurück.

Author - Sebastian Krause
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Die Anwälte von Christian Ulmen erheben nun Vorwürfe gegen Collien Fernandes.
Die Anwälte von Christian Ulmen erheben nun Vorwürfe gegen Collien Fernandes.Eibner-Pressefoto/Jadranko Marja/imago

Nächste Wende im Fall zwischen Collien Fernandes und Christian Ulmen. Die Anwaltskanzlei Schertz Bergmann aus Berlin, die Ulmen vertritt, behauptet, dass auch Fernandes handgreiflich gegen Ulmen und deswegen von der spanischen Polizei „vorübergehend festgenommen“ worden sein soll. Das geht aus einer Mitteilung der Kanzlei vom Freitagabend auf X (ehemals Twitter) hervor.

„Verletzung am Hals“ als Beweis

Als Beweis führt Schertz Bergmann „eine Verletzung am Hals“ von Ulmen an. Die spanische Polizei sei deshalb „von beidseitigen Verfehlungen“ ausgegangen. Außerdem soll es keine eindeutige Schuldzuweisung gegenüber Ulmen gegeben haben.

Ulmen soll nicht gewalttätig gewesen sein

Der „Spiegel“ hatte im Zuge seiner Recherchen über digitale und sexualisierte Gewalt von Ulmen gegen Fernandes berichtet, dass es einen Streit zwischen den beiden gegeben habe. Weiter hieß es, dass Ulmen daraufhin von den spanischen Beamten festgenommen worden sein soll.

Nun teilen die Anwälte Ulmen aber mit, dass es „zu keinerlei einseitigen Gewalthandlungen und/oder Bedrohungen unseres Mandanten“ gekommen sei.

Zuständigkeit in Spanien muss noch geklärt werden

Weiter heißt es in der Erklärung der Rechtsanwälte, dass Ulmen zu einem Termin im März 2026 vor dem Bezirksgericht in Palma de Mallorca „nie eingeladen“ worden war. Der „Spiegel“ hatte behauptet, Ulmen sei zu diesem Termin nicht erschienen.

Zudem weist die Kanzlei darauf hin, dass „zunächst die Zuständigkeit der spanischen Behörden geklärt werden soll“. Daher seien Vernehmungen von Zeugen und Beschuldigten ausgesetzt worden.

Schauspielerin Collien Fernandes hat ihren Ex-Mann Christian Ullmen angezeigt.
Schauspielerin Collien Fernandes hat ihren Ex-Mann Christian Ullmen angezeigt.Sascha Schuermann/imago

Anwälte sprechen von „initialer Berichterstattung“

Als Reaktion auf die „initiale Berichterstattung“ wolle man „rechtliche Schritte“ gegen den „Spiegel“ einleiten. „Unser Mandant hat zu keinem Zeitpunkt Deepfake-Videos von Frau Fernandes oder anderen Personen hergestellt und/oder verbreitet“, heißt es von Ulmens Anwälten. „Entsprechende Darstellungen sind falsch.“

Derweil hatte am Freitag die Staatsanwaltschaft Itzehoe in Schleswig-Holstein die Ermittlungen gegen Ulmen aufgenommen. Schauspielerin und Moderatorin Fernandes hatte Strafanzeige gegen ihren Ex-Mann erstattet.

Staatsanwaltschaft Itzehohe sieht Anfangsverdacht

Die Staatsanwaltschaft kam nach Auswertung der Berichterstattung zur „Bejahung eines Anfangsverdachts“ gegen Ulmen, hieß es. Die Ermittlungen richteten sich „nunmehr gegen die benannte Person“.

Das Verfahren beziehe sich auf den Vorwurf der Nachstellung. Inwieweit weitere Straftatbestände in Betracht kommen, werde geprüft. Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, sieht das Strafgesetzbuch bei Nachstellung im Falle einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor.

Bundesweite Diskussionen nach Bekanntwerden des Falls

Die Schauspielerin hatte in dem „Spiegel“-Bericht schwere Vorwürfe gegen Ulmen erhoben. Sie hat auf Mallorca Anzeige erstattet, wie eine Justizsprecherin auf der spanischen Mittelmeerinsel der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Das Verfahren befinde sich noch in einem sehr frühen und vertraulichen Stadium, sagte sie am 19. März. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gab es bundesweit eine große Diskussion über digitale und sexualisierte Gewalt gegen Frauen – und breite Medienberichterstattung darüber. Tausende Menschen zog es bei Demonstrationen auf die Straße, etwa in Hamburg für mehr Schutz für Opfer sexualisierter Gewalt.

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