Geht es der Wirtschaft schlecht, sollen die Beschäftigten ran. So wirkt es jedenfalls. Junge CDU-Abgeordnete reden über Rentenkürzungen. Wirtschaftsvertreter über weniger freie Tage. Jetzt sorgt eine neue Forderung für Aufsehen. Nicola Leibinger-Kammüller, Chefin des Lasertechnik-Spezialisten Trumpf, will den Ostermontag streichen. Ein Feiertag weniger – für mehr Arbeit.
„Wir haben die meisten Feiertage und im Durchschnitt die meisten Krankheitstage“, sagte sie den Stuttgarter Nachrichten. „Wir müssen uns wieder kollektiv anstrengen.“ Der Blick geht nach Amerika, China, Polen. Dort werde mehr gearbeitet. Deutschland müsse mithalten.
Diskussion auch um Frauentag und Pfingstmontag
Die Debatte ist nicht neu. Anfang des Jahres schlug Alexander Schirp von den Unternehmerverbänden Berlin-Brandenburg vor, Feiertage auf Sonntage zu legen. Frauentag, Pfingstmontag – alles weg vom Werktag.
Auch andere Stimmen fordern weniger freie Tage. DIHK-Präsident Peter Adrian sprach schon von Abschaffung. Wirtschaftsweise Monika Schnitzer ebenfalls. Weniger Feiertage, mehr Leistung. So soll Geld für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz reinkommen.
Doch es gibt Gegenwind. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung fand keine Belege, dass weniger Feiertage die Wirtschaft stärken. Im Gegenteil: In einigen Bundesländern lief es sogar besser, wenn Feiertage blieben oder neue hinzukamen.
Mehr Arbeit statt Feiertag? Die Bürger sagen: Nein!
Und die Menschen? Laut einer Insa-Umfrage für „Bild am Sonntag“ will die Mehrheit ihre freien Tage behalten. Mehr Arbeit statt Feiertag – dafür gibt es wenig Zustimmung.


