Fabians Vater besuchte sie

Toter Fabian aus Güstrow: Neue Details! Das erzählte Gina H. im Knast

Im Prozess um Fabian wurden erstmals Gesprächsaufzeichnungen aus der Haft abgespielt. Sie liefern neue Einblicke in die Aussagen von Gina H.

Author - Florian Thalmann
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Im Prozess um den Mord an Fabian wurden jetzt auch Aufzeichnungen von Gina H. aus der Zeit der Untersuchungshaft abgespielt. Tragen sie etwas zur Aufklärung des Falles bei?
Im Prozess um den Mord an Fabian wurden jetzt auch Aufzeichnungen von Gina H. aus der Zeit der Untersuchungshaft abgespielt. Tragen sie etwas zur Aufklärung des Falles bei?Bernd Wüstneck/dpa

Jedes einzelne Detail kann helfen, den schrecklichen Mord an dem kleinen Fabian aus Güstrow aufzuklären – vor Gericht geht es deshalb lange nicht mehr nur um Zeugenaussagen und Experten-Analysen. Auch Sprachnachrichten wurden immer wieder abgespielt … und jetzt sogar Ton- und Videoaufzeichnungen aus der JVA! Hier wurde Gina H., die Angeklagte im Fall Fabian, etwa überwacht, wenn sie Besuch bekam. Was sie dort erzählte, überraschte und schockte auch die Menschen im Gerichtssaal.

Fall Fabian: Unterhaltungen aus der JVA abgespielt

Das gab es im Prozess um den Mord an Fabian aus Güstrow bisher nicht: Am letzten Verhandlungstag vor der Sommerpause wurden jetzt auch verschiedene Aufzeichnungen aus der Justizvollzugsanstalt abgespielt, in der Gina H. seit dem 7. November 2025 sitzt. Seit sie nach dem Fund von Fabians Leiche festgenommen wurde, hat die 30-Jährige hier auch immer wieder Besuch bekommen. In den Unterhaltungen erwähnte sie viele Dinge, die nun etwas zum Mordprozess beitragen sollen.

So wurden Aufzeichnungen von einem Besuch von Fabians Vater Matthias R. abgespielt. Hier unterhielten sich die beiden offenbar über den Tag, an dem die Leiche von Fabian gefunden wurde. Sie berichtete von einer Einbuchtung an der Straße hinter dem Ort Lohmen. Da sei sie mit Matthias R. und ihrem Sohn auch mal gewesen.

„Da gibt es sogar Bilder von. Da waren wir die Berge rodeln“, sagte sie. Doch Matthias R. sagte, er könne sich daran nicht erinnern. Die Begründung von Gina H., ausgerechnet rund um den Fundort der Leiche nach Fabian zu suchen, leuchtete mehreren Zeugen nicht ein: Sie behauptete, mit Fabian dort zum Schlittenfahren gewesen zu sein. Doch mehrere Zeugen sagten, dass es dort gar keine Berge und Hügel gebe.

Gina H. vor Gericht. Hat sie etwas mit dem Mord an Fabian aus Güstrow zu tun? Die Wahrheit soll der Prozess vor dem Landgericht Rostock ans Licht bringen.
Gina H. vor Gericht. Hat sie etwas mit dem Mord an Fabian aus Güstrow zu tun? Die Wahrheit soll der Prozess vor dem Landgericht Rostock ans Licht bringen.Bernd Wüstneck/dpa

Deutlich wird auch, dass Gina H. immer wieder andere Menschen erwähnte – und gegenüber Matthias R. offenbar zur Diskussion stellte, ob diese etwas mit dem Mord zu tun haben könnten. So sagte sie laut Berichten, ihr Nachbar Olaf K. – eigentlich ihr bester Freund – habe gegenüber der Presse Mist erzählt. „Olaf war schon immer eifersüchtig und hat ja auch Fabian gehasst.“

Olaf K. wurde von Gina H. schon am Abend vor dem offiziellen Fund zu Fabians Leiche geführt. Auch um ein Messer, das zwischenzeitlich aus seinem Schuppen verschwunden war, gibt es noch immer großes Rätselraten – Ermittler glauben, dass es die Tatwaffe sein könnte.

Es ging auch um Fabians Mutter Dorina L.

In den Gesprächen ging es auch um Fabians Mutter Dorina L. Gina H. fragte Matthias R.:  „Was war eigentlich, wo sie verschwunden war?“ Fabians Vater antwortete, Dorina L. habe ein Alibi für die Zeit. Das Thema sorgte laut Prozessbeobachtern bei Fabians Mutter für Fassungslosigkeit. Debatten auch um die Spenden, die für den kleinen Fabian und seine Beerdigung im Internet gesammelt wurden.

Dorina L. ist die Mutter des getöteten Fabian. Sie tritt im Prozess um den Mord an ihrem Sohn als Nebenklägerin auf, wird von Anwältin Christine Habetha vertreten.
Dorina L. ist die Mutter des getöteten Fabian. Sie tritt im Prozess um den Mord an ihrem Sohn als Nebenklägerin auf, wird von Anwältin Christine Habetha vertreten.Jens Büttner/dpa

Die Spendenaktion kommentierte Matthias R. mit: „Das ist alles merkwürdig, finde ich.“ Und Gina H. behauptete, jemand habe gesagt, man müsse für sie ein Spendenkonto eröffnen, weil sie in der Untersuchungshaft sitzen muss. Matthias R. glaubte immer an ihre Unschuld, beteuerte in einem Gespräch: „Ich glaub dir. Ich glaub dir das.“

Gina H. behauptete, jemand habe ihr Handy gehackt

Trotzdem geriet er auch selbst ins Kreuzfeuer. Als er Gina H. einmal zusammen mit ihren Großeltern im Gefängnis besuchte, fragte sie ihn: „Hast du mal irgendwas, als ich weg war, gegoogelt? So in der Art, ob Schweine Menschen fressen oder so?“

Er verneinte – und Gina H. behauptete deshalb, man müsse ihr Handy gehackt haben. Der Opa von Gina H. sagte, sie müsse der Polizei das Handy geben, damit das untersucht werden könne. „Das haben sie ja. Deswegen sagen sie ja, ich hätte das gegoogelt“, sagte sie.

Die Google-Suchen von Gina H. waren ebenfalls schon Thema im Prozess. Schon am Nachmittag von Fabians Verschwinden suchte Gina H. auf ihrem Telefon laut dem Ermittler gezielt nach Polizeimeldungen. Sie soll schon um 16.11 Uhr nach „Polizei“ gegoogelt haben, um 19.11 Uhr, dann nach „Polizei“ und „Polizei infos aktuell“. Außerdem soll sie die Polizeimeldungen der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern aufgerufen haben.

Eine Suchanfrage, die besonders für Rätselraten sorgt, ist diese: Laut dem Kriminalbeamten suchte Gina H. am Morgen nach dem Mord an Fabian nach „fressen Wildschweine Menschen“ und „fressen Wildschweine tote Menschen“.

Fall Fabian: Das wirft die Anklage Gina H. vor

Ob Gina H. wirklich etwas mit dem Mord an Fabian zu tun hat, ist unklar. Für die 30-Jährige gilt bis zu einer Verurteilung durch das Gericht die Unschuldsvermutung.

Die Ermittler glauben, dass sie den kleinen Fabian aus Güstrow am 10. Oktober 2025 unter einem Vorwand aus dem Haus seiner Mutter lockte, mit ihm zu einem Waldstück bei Klein Upahl fuhr und ihn am Rand eines Tümpels mit mindestens sechs Messerstichen tötete. Anschließend soll sie den Tatort verlassen haben, später aber zurückgekehrt sein, um seine Leiche mit Grillanzünder zu verbrennen.

Haben Sie den Fall Fabian verfolgt? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!